Mobile Check-In in Deutschland – The Truth


Ähnlich wie schon beim nur langsam voranschreitenden Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland, hinkt unser Land auch in puncto Mobile Check-In-Prozedere gegenüber anderen Ländern hinterher. Immer wieder beschweren sich Gäste im Hotel, dass sie einen Meldeschein ausfüllen und unterschreiben müssen, obwohl sie schon die Daten elektronisch eingegeben haben oder diese auch vorliegen müssten. Nun, den Meldeschein den Gästen ausgedruckt nur zur Unterschrift vorzulegen, geht nicht. Der Grund: Die Bundesregierung hat dankenswerter Weise die Einführung des neuen Meldegesetzes bis zum 01. November 2015 verzögert. Ursprünglich sollte es bereits zum 01. Mai 2015 losgehen. Heißt also, wenn jemand das erste Mal in einem Hotel ist oder in einem Zeitraum von zwölf Monaten nicht in dem Hotel war, müssen alle Informationen händisch vom Gast selbst eingetragen werden. Ab 01. November 2015 ist das dann wie gesagt anders, dann reicht nur noch die Unterschrift. Allerdings muss diese physisch gemacht werden. Digitale Unterschriften werden nicht akzeptiert.

Wenn sich in Zukunft ein Gast noch über die Unterschrift beschwert, sollte er sich direkt beim Bundeskriminalamt bedanken, die haben nämlich bisher einen einzigen (!!!) Fall in der Geschichte des Meldescheins aufgrund der Fingerabdrücke auf diesem Stück Papier aufklären können. Bei der Beratung zum neuen Bundesmeldegesetz wog dieser grandiose Erfolg so schwer, dass man – im Gegensatz zu anderen Ländern – den Meldeschein weiterhin eigenhändig unterschreiben muss. Die komplette Kiosk-Lösung (wie sie auch gern angeboten wird, mit einem Feld zur digitalen Unterschrift) wird daher in Deutschland so schnell nicht umsetzbar sein. Zumindest nicht rechtskonform. Auch, wenn einem die Systemanbieter etwas anderes erzählen.

Nicht immer ist die Hotellerie schuld, denn der Gesetzgeber schafft immer wieder Hürden, die nicht konform zu dem Servicegedanken unserer Branche sind.

3 Gedanken zu „Mobile Check-In in Deutschland – The Truth“

  1. Elke

    Genau, dieser Meldeschein…, aber die Hotelwelt schreitet ja stetig voran. Und seit wenigen Tagen kann man jetzt in Wien im neu eröffneten Hotel Schani nicht nur keyless entry problemlos machen sondern auch: IM VORFELD sein Zimmer SELBST bestimmen, wie beim Mobile Check In vor einer Flugreise, wenn man seinen Sitzplatz aussucht.

    Ich höre schon die Skeptiker: Braucht man das?
    Meine Antwort: Und warum nicht?? Ich kenne fast niemanden mehr, der nicht froh ist im Flieger seinen Platz vorher festzulegen, um nicht auf dem Mittelplatz zu hocken, also warum nicht auch im Hotel vorher bestimmen, ob man in der 5. Etage wohnt oder welchen Ausblick man haben will oder ob man ein Zimmer mit Morgensonne etc. will? Hier ein Film dazu, wie keyless entry und Zimmerauswahl vorab gehen… http://www.hoteliertv.net/social-videos

  2. Wolfgang Schene

    Auch wenn Ihr es schlimm findet. Ich lasse seit midestens 30 Jahren nur in seltensten Fällen Meldescheine ausfüllen. Im Jahr vielleicht 5 – 10 mal.
    In 50 Jahren Retro – Art Stadt Hotel Lünen hat noch niemals eine Behörde jemals von mir einen Meldeschein verlangt.

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