Der Kampf gegen den Fachkräftemangel


Gratulation zur Reichweite, da hat jemand die letzten Jahre im Grand Élysée gut aufgepasst. Bei Eugen Block war es der Kampf gegen die OTAs und für die Direktbuchungen, bei Philip Borckenstein von Quirini ist es nun der Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Während die Fachmedien schon ein weniger länger darüber berichten, hat es der Direktor der Hamburger Hotels “Empire Riverside” und “Hafen Hamburg” mit seinem Vortsoß jetzt in die Bild Zeitung geschafft. Ich bin mir sicher, dass war nicht der letzte Beitrag zu diesem Thema.

Die Hotellerie ist sicherlich auch durch ihre Gehälter nicht besonders attraktiv als Arbeitgeber und unbestritten ist auch, dass die Branche da Nachholbedarf und einen erheblichen Fachkräftemangel hat. Ob abwerben von Fachkräften durch höhere Gehälter allerdings langfristig der richtige Weg ist, bleibt abzuwarten.

So kommt doch der Mitarbeiter dann im Grunde nicht mehr aus eigenem Antrieb zum Unternehmen, weil er sich mit der Philosophie und den Werten des Hotels identifizieren kann, sondern wird durch das reine Gehalt angetrieben. Und ja, ich weiß was einige jetzt denken, mir ist die Maslowsche Bedürfnispyramide durchaus ein Begriff. Dennoch, die Motivation zum Wechsel erfolgt hier einzig und alleine durch Geld. Die Frage ist, ob dadurch nicht ein Teufelskreis eingeleitet wird? Was, wenn andere dem Beispiel folgen und noch mehr Geld zahlen? Wo führt das hin? Auch wenn die Gehälter nicht vergleichbar sind, will man Verhältnisse wie im Profi-Fußball?

Führungskräfte, die diese Zusammenhänge nicht erkennen, werden am Ende immer wieder nach neuen Motivierungsmöglichkeiten fragen, damit Mitarbeiter zu Ihnen kommen und auch bei Ihnen bleiben. Der damit verbundene Aufwand wird immer größer und somit auch die Kosten für das eigene Hotel. Ich bin gespannt wie das weitergeht. Vielleicht gehen ja durch diesen Vorstoß auch endlich einmal die Durchschnittsraten hoch…

Was sind eure Gedanken zu diesem Thema, ist das der richtige Weg?

5 Gedanken zu „Der Kampf gegen den Fachkräftemangel“

  1. Daniel Tunys

    Es ist schon echt witzig, wie man mit dem Thema Fachkräftemangel umgeht… Ach, übrigens… Hier hat niemand gut aufgepasst, ganz im Gegenteil… Der einfachste Weg gewinnt nicht immer…

  2. Arne Mundt

    Damit wird nur das Söldnertum (besonders im Osten, dort wechselt man für 100€) weiter “gefördert”; idealerweise gibt es eine gute und verträgliche Mischung von beidem, gutes Geld, gute Werte und ganz viel Eigenverantwortung.

  3. Marcus Fränkle

    Zimmerraten hoch und faire Gehälter bezahlen! Aber das ist noch nicht alles… Für uns gehört mehr dazu als nur mehr zu bezahlen. Unbefristete Verträge, Boni bei guter Leistung, genaue Einhaltung der Zeiten und bezahlte Überstunden etc. etc. Viele Hotels machen dies schon und wurden leider nicht in den Fokus gerückt. Aber dass darüber nun gesprochen wird ist ein wichtiger Anfang!

  4. Sebastian Tacke

    Bevor wir “Fußball-Verhältnisse” bekommen ist noch die ein oder andere Gehaltserhöhung möglich! Ich bin ein klarer Verfechter davon, dass die Gehälter steigen müssen. Sollten wir sie irgendwann mal auf einem relevanten Niveau haben wird es auch wieder Auszubildende geben, die sich für unsere Berufe interessieren. Solange zum Beispiel auf Rügen oder in Stralsund in der Nebensaison Preise von 45 € pro Nacht/Logis in 3 und 4 Sterne Hotels aufgerufen werden, müssen die Gehälter noch deutlich zu niedrig sein!

  5. Eduard

    Fachkräfte Mangel? Ja da müssen wir uns Hoteliers mal fragen woher das kommt? Diese Geiz ist Geil Mentalität und alles billig… Jetzt schauen wir in die Röhre und finden keine guten Mitarbeiter weil die abhauen… Na dann schnell mal umdenken, und die Mitarbeiter gut bezahlen, Boni verfahren herstellen, richtige und wirkliche Entwicklungs- Möglichkeiten aufstellen. Mehr flexibel mit Arbeitszeiten umgehen, speziell bei Familien…

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