Komplexität managen: virtuelle Kommunikation


Die Komplexität steigt, die Digitalisierung treibt den Veränderungsprozess voran und zwar in allen Bereichen.  Unsere Welt wird komplexer und wir werden immer transparenter.  Ich merke mehr und mehr, dass ich eine Flut an Nachrichten über die verschiedensten Kanäle bekomme:

e-Mail, SMS, iMessage, WhatsApp, Threema, FB-Messenger, xing, LinkedIn, Twitter, Instagram, usw…

Es fällt mir bei der Komplexität immer schwerer, alles zu ordnen, Prioritäten zu setzen und entsprechend zu reagieren.  Es kommt vor, dass eine Konversation per e-mail startet, dann auf WhatsApp weitergeht und beim FB-Messenger endet.  Für viele scheint es die Normalität zu sein. Ich stelle mir die Frage, ob denn das alles so richtig ist und wohin das führt. Von den Aktivitäten in den sozialen Medien will ich jetzt gar nicht anfangen.

Ein befreundeter Coach hat mir einmal gesagt: „wer zu allen Seiten hin offen ist, der kann ja nicht ganz dicht sein“.

Und irgendwie lässt mich mein Gefühl nicht los, dass diese ganze Art der Kommunikation immer oberflächlicher wird.

Als es letztes Jahr wieder auf Weihnachten zuging, wollte ich es einmal anders machen.  Ich habe hochwertige Weihnachtskarten gekauft, meinen alten Füllfederhalter wieder rausgeholt und ausgewählten Menschen einen persönlichen Weihnachtsgruß geschrieben.  Es hat mir echt Freude bereitet, war aber auch sehr zeitaufwendig. Am Ende habe ich den Zeitaufwand unterschätzt und nicht jedem eine Karte schicken können.  Aber als ich so die Karten geschrieben und über die Person und meine Verbindung zu ihr nachgedacht habe, hatte ich ein Gefühl der Ruhe und des Glücks. Ein Gefühl, dass sich virtuell immer weniger einstellt.  Im Gegenteil, irgendwie stresst mich dieser ganze Nachrichtenwahn. Somit stelle ich mir mehr und mehr die Frage, ob ich diese ganzen Kanäle wirklich brauche. Verpasse ich etwas, wenn ich die Kommunikation auf einige wenige oder sogar einen Kanal begrenze? Ist es nicht wertvoller, weniger aber dafür intensiver zu kommunizieren?

Wie geht es euch damit? Wie organisiert ihr euch und eure Nachrichten in dieser immer komplexer werdenden Welt? Mich interessieren euren Gedanken zu diesem Thema und ich freue mich auf den Austausch.

 

 

2 Gedanken zu „Komplexität managen: virtuelle Kommunikation“

  1. Alex O

    Du hast Recht Marco! Irgendwie ist es alles zu viel. Die Gefahr ist halt auch, dass wenn man mal länger (1-2 Wochen) auf einer Platform nicht aktiv ist, man dann doch Nachrichten verpasst. Diese können sogar noch als wichtig eingestuft werden und verpasst das Reaktionszeitfenster… wenn dann brauchen wir eine Plattform auf dem alle Nachrichten zusammen kommen….

  2. Anke Pedersen

    Moin Marco,
    weniger, dafür intensiver – das ist wohl der beste Weg, um sich nicht nur noch gehetzt zu fühlen. E-Mail-mäßig habe ich schon vor einigen Jahren aufgegeben, die tägliche Flut von knapp 200 bewältigen zu wollen. Wenn ich etwas verpasse: Shit happens! Wenn etwas wirklich wichtig ist, dann werde ich es auf anderem Wege erfahren.
    Also: Weniger ist mehr 😉
    Cheers, Anke

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