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HRS und der Hotelverband Deutschland (IHA) erzielen Einigung

Als mittelständischer Unternehmer, wie aber auch als Vorstand des Hotelverband Deutschland (IHA), freue ich mich persönlich sehr über diese Einigung. 

Meines Erachtens wird HRS doch fälschlicherweise zu oft als Frenemy gesehen und daher war es wichtig, diese Auseinandersetzung zu beenden und zwar so, dass man die Zukunft gemeinsam gestalten kann. HRS ist und bleibt ein wichtiger Partner für die Hotellerie, speziell in Deutschland. 

Persönlich habe ich im Laufe meiner Karriere nur positive Erfahrungen mit allen Ansprechpartnern von HRS erlebt, insbesondere aber auch mit Tobias Ragge und seinem Vater. Ohne die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit HRS, wäre prizeotel heute nicht da wo wir sind. 

Besondere Anerkennung geht ganz speziell an Otto Lindner und Markus Luthe, die den Hotelverband Deutschland (IHA) kontinuierlich auf einen neuen Level bringen und den Hotels in Deutschland immer wieder Impulse und Hilfestellung geben in der aktuellen VUCA – Welt (volatility, uncertainty, complexity and ambiguity) zu bestehen. Es ist nicht einfach für die Hotellerie diese Herausforderungen zu bewerkstelligen, doch der Verband ist in solchen Zeiten ein mehr als verlässlicher Partner bei all diesen Themen. 

Und irgendwie ist es doch immer wieder erstaunlich, was man alles erreichen kann, wenn die Egos in den Hintergrund treten und jeder im Sinne der Sache agiert. 

Daher würde ich mir wünschen, dass die Hotellerie in Deutschland nicht immer nur kritisiert, sondern sich am Ende auch einmal solidarisiert und gemeinsam für ihre Ziele eintritt. Jedem sollte doch nach so einer Meldung klar sein, welche Arbeit der Verband und das Team in Berlin leistet und was das für einen Mehrwert für die Hotellerie und jeden einzelnen Hotelier hat.

Hier geht es zur offiziellen Pressemitteilung.

Hotels ändern ihre Stornobedingungen – Reaktionen auf Last-Minute Apps

Vor ein paar Tagen gab es einen Bericht auf mashable, dass die großen Hotelgesellschaften wie Marriott und Hilton ihre Stornobedingungen seit dem 01. Januar 2015 geändert haben. Konnte man früher noch bis 18.00 Uhr (ggf. 16.00 Uhr) am Anreisetag sein Zimmer kostenlos stornieren, so geht es jetzt nur bis kurz vor Mitternacht des Vortags des Anreisetags. Sprich, wenn ich ein Zimmer für Mittwoch auf Donnerstag gebucht habe, konnte ich am Mittwoch noch bis 18.00 Uhr (16.00 Uhr) kostenlos stornieren.

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Eine Kolumne im Check-in Magazin von HRS

Vielen Dank an Tobias Ragge und sein Team von HRS für die Möglichkeit des Gastbeitrags in der aktuellen Ausgabe der Check-In – dem Magazin für Hotel Distribution. Es geht wieder einmal um das Thema der Bewertungen und ich bin der Überzeugung, dass wir eine tolle Branche, mit tollen Leuten und tollen Produkten sind. Wir täten gut daran, unsere Pagen-Mentaltiät einmal ein wenig abzulegen und mehr Selbstbewusstsein zu zeigen.

Wenn der disruptive Innovator auf einmal zum Ziel anderer wird

Nun, dass ist doch jetzt mal lustig: Ein Buchungsportal, das mit aller Kraft dafür kämpft, ein Bewertungsportal zu sein, um eben den Hotels nicht die Freiheit zu geben, selbst zu entscheiden, ob sie da gelistet werden wollen oder nicht, reagiert auf den Vorstoß des Suchmaschinen-Riesen in die Touristik damit, mit staatlicher Hilfe alles so belassen zu wollen, wie es ist. Die Beschreibung des Businessmodels „Kommission bei Buchung von Pauschalreisen oder Hotels; Online-Werbung“ unterstreicht, dass das Businessmodell auf Grund der Erhöhung der Vertriebskosten, sowie vielleicht auch durch den Markt der Meta-Searcher, Gefahr läuft, seine hohen Margen zu verlieren.

Eine Bewegung, die im Übrigen nicht neu ist. Schaut man sich die „FAIRSEARCH“-Seite an, sieht man, dass es auch in den USA schon seit langem einen Zusammenschluss gegen die Vorgehensweise von Google gibt. Mit dem Schritt soll dem nun wohl entgegengewirkt werden. Es ist scheinbar nur noch eine Frage der Zeit, wann hier eine Übernahme ins Haus steht.

Irgendwann musste das ja mal schief gehen, bzw. der Druck auch bei anderen Anbietern außer als bei den Hotels direkt ankommen. Ob OTA’s oder eben Buchungsportale, die vorgeben, ein Bewertungsportal zu sein – Alle wollen, ja müssen quasi Werbung bei Google schalten, um ihre eigene Position und ihren Umsatz zu sichern. Werbung, die am Ende durch die Kommissionen & Provisionen der Hotels finanziert wird. Es ist schon pervers, dass die Hotellerie bis dato ihre Bedeutungslosigkeit im Netz maßgeblich selbst mitfinanziert hat.

Wenn ein Gast auf HolidayCheck ein Hotel bucht und dafür über booking.com geht, verdient HolidayCheck damit Geld. Im Hotel kommt die Buchung als Buchung von booking.com an. Schöne neue Welt – schöne alte Welt. Durch die Meta-Searcher und auch den Google-Hotelfinder sieht es alles noch ein wenig anders aus. Da kann es sein, dass das Hotel der OTA (booking.com) sowie das Bewertungsportal (holidaycheck) und vielleicht noch weitere Affiliate Partner des OTA alle gegeneinander bieten, um die beste Position zu bekommen. Alles genährt durch die Provision des Hotels. Pervers eben.

Aber durch den Fall der Best-Preis Klausel gibt es nun neue Möglichkeiten für die Hotels, den Direktvertrieb kostengünstiger zu erhöhen: Den besten Preis gibt es wirklich nur noch über die Hotel-Homepage. Das spricht für sich alleine.

priceline kauft weiter PMS-Anbieter – Who is next?

Gestern hat Priceline.com die Ergebnisse des zweiten Quartals vorgestellt. Interessant fand ich dabei das Statement zum Kauf der PMS-Anbieter buuteeq und Hotel Ninjas:

“On the direct hotel marketing front, before we acquired Buuteeq and HotelNinjas, we had products we were selling B2B as white-label marketing tools, such as Agoda’s booking button, which allowed a hotel to add booking functionality to their site at no cost.
Now we’re looking at cloud-based solutions, warming up those existing relationships and adding more, and there will be more to report on that in the coming months and quarters.”

Wenn die genannten PMS-Anbieter nur der Anfang waren, bin ich echt gespannt, welche Anbieter folgen werden. Logische Konsequenz wäre der Kauf von zum Beispiel „hetras„.

Ich frage mich, welche Auswirkungen das auf citizenM hotels, Ruby Sofie Hotel & Bar, HTL Hotels, Qbic Amsterdam, Hotel Glow Eindhoven, OKKO Hotels, etc. haben wird. Kriegen diese Hotels dann alle die IBE von Booking.com auf ihre Homepage? Ist das ein weiterer Schritt zur totalen Verfügbarkeit der Kapazitäten des jeweiligen Hotels? Und welche Rolle spielen dann andere OTAs (wie zum Beispiel HRS) noch für diese Hotels?

Es zeigt einmal mehr, dass die Märkte immer neue Haken schlagen und die Halbwertzeit der Strategien, mit denen ich als Hotelier erfolgreich bin, immer kürzer wird. Anders gesagt: Mit den Waffen von gestern sind die Gefechte von morgen nicht zu gewinnen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Was glaubt ihr?

Die Frage nach dem Fisch, dem Angler und der selbstfinanzierten Bedeutungslosigkeit im Netz

Passend zur aktuellen Diskussion über die Möglichkeit, Hotellistings in Onlineportalen durch Erhöhung der Provisionen zu verbessern, kommt dieser Artikel von Focus online gerade richtig: „Hotelketten im Check –  NH und Mercure Hotels sehen ihre Gäste selten wieder.“ (mehr …)

„Booking.com im Aufwind“ – HRS verliert den Boden?

Da titelt die AHGZ heute in Ihrem Onlineportal: „Booking.com im Aufwind“. Es ist ein interessanter Ausspruch, dem noch interessantere Aussagen von führenden Köpfen der Hotellerie in Deutschland vorangegangen sind.
Immer, wenn es mal eine Podiumsdiskussion oder ein Treffen hochkarätiger Entscheidungsträger gibt, heißt es „booking.com“ holt richtig auf, HRS wird immer schwächer.

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Umsatzsteuerhinterziehung durch Hotels – kein ermäßigter Steuersatz für Frühstücksleistungen an Hotelgäste

Gestern kam es dann online: Umsatzsteuer, kein ermäßigter Steuersatz für Frühstücksleistungen an Hotelgäste – Urteil des Bundesfinanzhofs vom 24.04.13.

Ich freue mich sehr über dieses Urteil, bestätigt es doch unsere ordentliche und korrekte Arbeitsweise, das Frühstück eben nicht in die Pauschale mit der Übernachtung zu inkludieren und dieses dann nur mit dem Mehrwertsteuer-Satz von 7% abzurechnen. Da sich viele Hotelkollegen leider daran nicht gehalten haben, wurde es zum Wettbewerbsnachteil für unser Haus und zum Ärgernis für unsere Mitarbeiter.

„Wieso zum Wettbewerbsnachteil?“, werden sich einige jetzt fragen. Nun, machen wir doch mal folgende Beispielrechnung auf (Hotelgröße und Zahlen fiktiv als Beispiel):

Ein Hotel Bremen bietet z.B. HRS seine Preise inkl. Frühstück an. Ich habe dann mal selbst in dem Hotel eingecheckt, um mich der Vorgehensweise zu vergewissern. Die Aussagen variieren: Beim Check-In sagte man mir: „Sie haben inklusive Frühstück gebucht.“ Beim Check-Out habe ich gefragt, warum denn das Frühstück nicht auf der Rechnung mit ausgewiesen wird. Aussage: „Das ist ein Geschenk des Hauses, eine Gratisleistung.“ Auf Nachfrage wurde auch bestätigt, dass man das Hotel nicht ohne Frühstück buchen könne. Diese Leistung sei immer inkludiert. Meines Erachtens sollte diese Gratisleistung dann, wie zum Beispiel auch das kostenlose W-Lan, als Gratisleistung ausgewiesen werden und das Hotel seine Raten (auf ihrer Website und überall anders) exklusive Frühstück ausweisen, da diese in den Gratisleistungen enthalten ist.

Warum beschäftigt mich das? Das besagte Hotel in Bremen verschafft sich so in meinen Augen einen unrechtmässigen Wettbewerbsvorteil:

Die Preise werden inkl. Frühstück angegeben, niemand weiß aber, was das Frühstück kostet und man kann auch nicht ohne Frühstück buchen. Somit kann der Gast nicht den reellen Preis Übernachtung vs. Übernachtung (EZ und DZ) zwischen dem Hotel in Bremen und unserem prizeotel Bremen-City vergleichen. Das prizeotel Bremen-City hat dadurch immer einen Nachteil in der Darstellung auf HRS und anderen Portalen, sowie auch bei Firmenkunden. Bei einem angenommenen Frühstückspreis von brutto €11 (was ich anhand der Leistungen bewerte), müsste das Hotel normalerweise ca. €1,76 an Mehrwertsteuer (19%) für das Frühstück abführen. Tatsächlich führen Sie aber nur 7% Mehrwertsteuer auf den Gesamtbetrag von €95 ab. Ein mit brutto €11 angenommenes Frühstück schlägt also nur mit einer Mehrwertsteuer (7%) in Höhe von €0,72 zu Buche. Somit verschafft sich das Hotel einen Netto-Vorteil von ca. €1,04. Bei einem Doppelzimmer sind es schon netto ca. €2,08. Hier verschafft sich das Hotel einen Vorteil von ca. €37.674, netto pro Jahr (Beispielrechnung nachfolgend, hoffe, dass ich da jetzt keinen Denkfehler habe). 🙂

Das Hotel hat 135 Zimmer. Ausgehend von einer Jahresbelegung von 75% und einem angenommen Doppelbelegungsfaktor von 1,4 hat das Hotel ca. 51.751 Gäste pro Jahr im Hause:

135*365=49.275 / 75%=36.965 / *1,4 = 51.751

Legt man einen Durchschnittswert von 70% frühstückenden Gästen zu Grunde, sind das ca. 36.225 Frühstücksgäste und ein Mehrwertsteuer-Vorteil von

36.225 *€1,04=€37.674 netto.

Die gleiche Thematik besteht im Übrigen bei den Firmenpreisen. Hier verschafft sich das Hotel einen Vorteil gegenüber den Hotels, die sauber arbeiten und das Frühstück sauber ausweisen. Natürlich ist die Ausweisung des Frühstücks auf Grund der unterschiedlichen Mehrwertsteuer-Sätze in manchen Fällen zum Nachteil der Reisenden und ihrer steuerfreien Zuschläge. Den Unmut tun die Reisenden dann auch kund und buchen das prizeotel Bremen-City im Zweifel nicht mehr (siehe BLOG Beitrag vom 10.09.2010) und wir werden hier auch immer wieder von Seiten der Reisenden damit konfrontiert.

Zusammenfassend bin ich der Meinung, was nun auf vom Bundesfinanzhof bestätigt wurde. Dem Hotel in Bremen (und anderen Hotels) sollte es nicht erlaubt sein, seine Preise inklusive Frühstück auf seiner eigenen Seite oder anderen Portalen darzustellen/anzubieten, wenn niemand nachvollziehen kann, wie teuer das Frühstück eigentlich ist. Und es darüber hinaus sollte auch nur eine Rechnung für die Übernachtung ausgestellt werden.

Den gewonnen Betrag könnte man dann hervorragend in die Renovierung oder das Online-Marketing stecken. Oder, wie viele es einfach machen, die Endpreise dementsprechend reduzieren.

Und was das Ärgernis für unser Haus, vor allem aber unsere Teammitglieder angeht: Sehr oft gab es Aussagen wie  „In anderen Hotels geht das auch, Sie sind aber wirklich unflexibel“,  „Sie sind Dienstleister, da können Sie mir ruhig mal etwas entgegenkommen“, „Bei Ihnen buche ich nie wieder, wenn Sie das jetzt nicht so machen, wie ich das brauche.“ Auch wenn wir unsere Gäste seit Anfang 2010 immer wieder darauf hingewiesen haben, hörten diese „Anfeindungen“ nicht auf.  Im Gegenteil, wir wurden sogar tatsächlich dafür negativ in den bekannten Bewertungsportalen bewertet. Und selbst die haben es nicht eingesehen, solche Bewertungen zu löschen, ist es doch das „subjektive Empfinden des Gastes“.

In der Konsequenz heißt es doch für uns, dass die Bewertungsportale es zulassen, dass wir zur Umsatzsteuerhinterziehung angestiftet werden und das ist, wie die Hinterziehung selbst, ebenfalls ein Strafbestand. Nach dem Urteil werden wir uns noch einmal unsere Bewertungen raussuchen, die diesen Punkt thematisiert haben und die Portale ein weiteres Mal anschreiben, um zu sehen, dass wir vielleicht die Bewertungen doch rauskriegen. Und sollten sich Gäste weiterhin beschweren, werden wir ihnen das Urteil in die Hand drücken und hoffen auf ein Einsehen.

Ebenfalls hoffen wir nun auf ein Einsehen, dass jetzt endlich bei vielen Kollegen das Frühstück nicht mehr kostenlos in die Übernachtung inkludiert wird (und auf der Rechnung dann nicht ausgewiesen wird), damit unsere gemeinsamen Gäste eine gemeinsame  Vorgehensweise in der Hotellerie genießen können. Denn zu oft muss man sich als Hotel für eine ordentliche Arbeitsweise rechtfertigen, nur weil vermeintliche Kollegen nicht in der Lage sind, ordentlich zu arbeiten: PCI Compliance, Datenschutz, Meldegesetz – das sind nur einige Themen, die man dazu nennen kann.

Die HGK und das neue Buchungsportal – Scheitern vorprogrammiert?

Hallo HGK: „Copycat zu spielen lohnt sich nie, weil man immer der Zweite bleibt“ (Peter Wippermann, Gründer des Hamburger Trendbüros)  check: www.so-geht-hotel-heute.com.  Und zu dem Portal sei gesagt: Netter Versuch, wird aber am Ende ein Rohrkrepierer, da die Budgets für die Vermarktung und ständige technische Entwicklung fehlen. Das Geld sollte man sinnvoller einsetzen.