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1. Hotelbogger Treffen auf der Gastro Vision 2018

Hotelblogger : Wer teilt, gewinnt und wer wachsen will, setzt aufs Teilen.

1. Hotelblogger Treffen

Es gibt aktuell eine Vielzahl von Hotelblogs. Einige mit großer Reichweite, andere mit kleiner Reichweite. Wiederum einige mit sehr komplexen Themen, andere mit etwas einfacheren Themen. Was alle miteinander verbindet, es sind motivierte und engagierte Menschen, die mit viel Liebe und Mühe diese Blogs betreiben.

You can’t do today’s job with yesterday’s methods and be in business tomorrow

Die Anforderungen an die Hotellerie werden immer komplexer und die Vielzahl von Blogs ist mehr als positiv. Ein einheitlicher Know-How Transfer gibt die Möglichkeit die Branche zu stärken. Aber nicht jede Strategie passt zu jedem Hotel, zu jedem Standort oder jedem Team. Die Blogs sind wie ein großer Supermarkt der Informationen, jeder Hotelier bekommt für sich Hilfe zur Selbsthilfe und seine Fragen beantwortet. Es geht darum für sich unternehmerisch sinnvolle Strategien abzuleiten.

Wichtig dabei ist, fachlich und sachlich einwandfreie Informationen zu kommunizieren. Wir von so-geht-Hotel-heute sind davon überzeugt, dass allen Bloggern Zugang zu diesen Informationen verschafft werden sollte. Wer teilt, gewinnt und wer wachsen will, setzt aufs Teilen. Kritische Stimmen liefern wertvolle Informationen und insbesondere einflussreiche, gut vernetzte Hotelblogger sind wertvolle Know-How Botschafter für die Branche.

Treffen anlässlich der Gastro Vision

Daher laden wir zusammen mit der Gastro Vision ausgewählte Hotelblogger zu einem Workshop und damit verbundenen Erfahrungsaustausch nach Hamburg ein. Das 1. Hotelblogger Treffen findet im Rahmen der Gastro Vision statt. Das genaue Datum (zwischen dem 09.-13.März 2018) und Programm für das Treffen, werden wir innerhalb der nächsten 14 Tage bekannt geben. Die Teilnahme ist für die ausgewählten Hotelblogger natürlich kostenlos, inkl. einer Eintrittskarte zur Gastro Vision. Für die Anreise und den Aufenthalt in Hamburg muss selbst gesorgt werden.

Wir brauchen eure Hilfe

Da wir keinen Überblick haben, welche Hotelblogger und Blogs es gibt, schreibt doch bitte die euch bekannten Blogs in das Kommentarfeld. Natürlich können sich die Hotelblogger auch direkt bewerben und selbst im Kommentarfeld eintragen.

Die ausgewählten Hotelblogger bekommen dann Anfang Februar eine Einladung von uns zugeschickt.

Gut ist uns nicht gut genug

Getreu dem alten Hertie-Slogan aus dem Jahre 1993 sind wir bei prizeotel auch immer auf der Suche, wie wir unsere Dienstleistung noch besser gestalten können.

Gerade was die Budget-Hotellerie angeht, gibt es momentan ein Aufrüsten von Leistungen und Qualität. Ein Thema, dass jetzt auch in München bei der ExpoReal, der internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen (6.–8.10.14), angekommen ist. Das Konferenzprogramm wird zwar erst in ein paar Tagen auf die Homepage geladen, aber ich darf verkünden, dass ich dort zusammen mit Mark Thompson von B&B Hotels an einer Podiumsdiskussion teilnehmen werde. Thema: “Low price, great service – How much more quality can Budget absorb?”. Die Veranstaltung startet am 06. Oktober um 14.30 Uhr und wird von Prof. Dr. Christian Buer von der Hochschule Heilbronn moderiert. Ich bin sehr gespannt, was alles an- und besprochen wird.

Was mich allerdings immer wieder wundert, wenn über Qualität gesprochen wird. Oftmals geht es nur über die Hardware und über das Produkt. Darum, wie ich als Hotelier über zusätzliche Hardware das Produkt verbessern kann. Dann wird auch noch viel über die Software gesprochen, allerdings oftmals mehr unter dem Kontext, wie man mit einer Art „Baubeschreibung“ – oder besser – Prozessbeschreibungen (manche nennen das systematische QM-Prozesse) Qualität nach Standards in einem Hotel einführen und aufbauen kann. Sehr schön, aber mit Menschlichkeit hat das wenig zu tun, wenn einem zig Ordner mit Dokumenten vorgehalten werden, die einem das „wie“ erklären, aber die das „warum“ schuldig bleiben.

Oftmals wissen auch die leitenden QM-Manager gar nicht mehr, warum man die Dinge überhaupt macht wie man sie macht. Hauptsache es ist alles schön dokumentiert und es gibt einen riesigen Verwaltungsapparat. Wo bleibt denn da der Mensch? Von individueller Dienstleistung ist man damit so weit entfernt, wie McDonalds von einem Gourmet-Dinner.

Für mich ist und bleibt die Hotellerie ein „Peoples business“. Wir arbeiten mit Menschen für Menschen. All diese gesamten Prozessbeschreibungen, Dokumentationen, etc. zeigen mir als Mitarbeiter doch nur, dass mir und meinen Fähigkeiten nicht vertraut wird. Das ich quasi nur unter Anleitung richtig arbeiten kann. Na herzlichen Dank!

Dann wundern sich die Leute, dass die Atmosphäre in den Hotels oftmals so schlecht ist. Die Atmosphäre ist es aber, die den Gästen einen Wohlfühl- oder eben den besagten Wow-Effekt vermittelt und nicht der auswendig gelernte Einheitsbrei. Für uns steht der Mensch im Vordergrund und das bedeutet: „People before Paper“! Denn Servicequalität hat mehr mit Menschen als mit Ordnern zu tun. Deshalb haben wir uns auch entschlossen, mit unserem SysTeam-Ansatz auf klassische Hierarchien und ein „Top-Down-Management“ zu verzichten, denn das hat doch oftmals nur ein Ergebnis:

die klassische Unternehmensstruktur
Die klassische Unternehmensstruktur

Bei prizeotel ist jeder eigenverantwortlich und kann selbständig Entscheidungen treffen. Das ist nicht immer einfach, beschert aber eine Dienstleistung, die auf persönlichen Charme aufgebaut ist. Ich erinnere mich gut an unsere Eröffnung in Hamburg. Dank des Teams und dem Einsatz aller Beteiligten sind wir wirklich grandios gestartet. Vor allem ist es schön zu sehen, wie jedes einzelne Teammitglied das „Warum“ lebt und eigenständig Verantwortung übernimmt. Neben vielen anderen Szenen erinnere ich mich gerne an die an der Bar, als ein Gast eine kalte Coca-Cola bestellen wollte, aber enttäuscht war, dass wir nur Fritz-Cola haben (verstehe ich zwar nicht, aber Geschmäcker sind ja bekannt verschieden). Unser Teamkollege an der Bar konnte die Enttäuschung des Gastes quasi spüren und sagte ihm „Moment, ich brauche nur drei Minuten“, ist dann in Usain Bolt-Manier zur schräg gegenüber liegenden Tankstelle gelaufen, hat dem Gast dort eine Dose Cola gekauft und ihm diese dann in einem Glas mit Eis und Zitrone serviert.

Das ist gelebte Servicequalität und Herzlichkeit. So etwas erreiche ich nicht mit Anweisungen, sondern nur mit Teams, die motiviert sind und denen ich ein Arbeitsumfeld stelle, dass sie nicht demotiviert. Also liebe Hoteliers, lasst die Ordner im Schrank und vertraut euren Mitarbeitern, vertraut dem Menschen, dann kommt der Rest schon von ganz alleine. Wobei, am Ende ist wahrscheinlich wirklich so, jeder bekommt die Mitarbeiter die er verdient. #teamworkmakesdreamswork

Poster sind ein Anfang – aber noch lange nicht genug. Über das Lohndumping bei Zimmermädchen

Gestern gab es einen Bericht im Hamburger Abendblatt, der darüber berichtet, dass die Hamburger Hoteliers den Dumpinglöhnen in ihren Betrieben den Kampf ansagen und eine Plakatkampagne starten, mit der sie Reinigungskräfte über ihre Rechte und den Mindestlohn informieren.  ntzliche-hinweise-dehoga-hamburg-beratungsstelle-arbeit-leben-wollen-zimmermdchen-subunternehmen-informieren_96285
Grundsätzlich eine schöne und auch wichtige Aktion. Ich frage mich nur, ob es irgendetwas verändert? Ist es denn nicht so, dass gerade die Betriebe, die immer wieder mit Dumpingpreisen auf den Markt gehen um Nachfrage zu generieren, versuchen über die Mitarbeiterkosten dieses zu kompensieren, um ihr Ergebnis zu retten? Aus Gesprächen mit Hoteliers erfahre ich immer wieder, dass es Verträge mit der Vereinbarung gibt, dass die Hotels €4,50 oder weniger pro gereinigtem Zimmer bezahlen.
Mal ehrlich, wie soll das denn gehen? Da muss einem doch klar sein, dass diese Fremdreinigungsfirmen nicht in der Lage sind ordentliche Tariflöhne zu bezahlen.

Wenn ich dann diese Hoteliers dazu befrage, kommt nur ein Achselzucken und die Aussage „Ich muss doch irgendwie mein Budget erreichen, die Vorgaben aus der Zentrale werden nicht weniger“. Ach so, auf dem Rücken der Schwächsten wird dann probiert das Ergebnis des Hotels zu retten.

Das ist mehr als unsozial! Jeder der so vorgeht, sollte sich dafür schämen.  

Als Hotelmanager habe ich eine soziale Verantwortung meinen Teams gegenüber. Ich kann bei solchen Sachen nicht einfach wegsehen. Zu sagen: „Ich weiß ja nicht, was meine Fremdfirma macht.“ ist zu einfach und eine müde Ausrede, wenn ich mich nicht kümmern will. All zu oft wird das leider getan, weil es keine Strategie gibt, wie der Umsatz gemacht werden soll – außer die Preise nach unten zu senken.
Es hängt doch alles irgendwie zusammen: Die Distributionskosten gehen nach oben, ebenso die Mietnebenkosten. Und da man HRS & Co. nicht abstellen kann, ebenso wenig auf Strom und Wasser verzichten kann, wird immer wieder an den Personalkosten geschraubt.
Anstatt einfach mal die Rate €10 hoch zu setzen, wird hier mit einer erstaunlichen Akribie versucht, Kosten zu senken, sodass ich mich oftmals frage: Warum investiert ihr nicht diese Zeit darin, mehr Umsatz zu machen und mal eine klare Strategie zu erarbeiten und zu verfolgen?

Hamburger Kampagne gegen Dumpinglöhne

Zurück aber zu der Hamburger Aktion. Wie gesagt, ich finde das richtig und wichtig, frage mich aber, warum denn die Hotels in Hamburg nicht einfach schon viel früher die Prüf- und Beratungsstelle für das Gebäudereiniger-Handwerk e.V. (PBSt) aufgesucht haben und ausschließlich auf von denen zertifizierte Unternehmen setzt oder die Partner von denen zertifizieren lässt ?

pruefsiegelMit dem „Prüfsiegel für Gebäudereiniger“ setzt die PBSt ein Zeichen gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Das von der Prüf- und Beratungsstelle verliehene Zertifikat zeigt auf, dass die gesetzlichen und tarifrechtlichen Vorschriften im Betrieb eingehalten werden. Die Überprüfung der Mitgliedsunternehmen findet mindestens einmal im Jahr durch die unabhängige und gemeinnützige PBSt statt. Die Prüfung wird dokumentiert, das „Prüfsiegel für Gebäudereiniger“ dient als Qualitätsmerkmal und Beleg für echte Transparenz und zertifiziertes Vertrauen.

Ein Plakat alleine reicht da nicht.
Ein Poster kann ich schnell aufhängen. Aber ob ich mich am Ende auch an das halte, was da drauf steht, vor allem, wenn die Ergebnisse mal wieder knapp werden oder die Zentrale andere Vorgaben fordert, das zeigt sich dann.

Das ganze Plakat zum Download:

poster_reinigungskraefte-kampagne-hamburg

Aus Raider wird Twix – es ändert sich nix. Aus Qype wird Yelp – wir fangen von vorne an.

Auf der heutigen Podiumsdiskussion “Die Digitalisierung der Tourismuswirtschaft – wo geht die Reise hin?“ im Rahmen des Tourismusgipfels 2013 des Bundesverband der Tourismuswirtschaft beschäftigen sich die Teilnehmer, zu denen neben Größen wie Michael Buller (Vorstand VIR), Sören Hartmann (DER Touristik Köln), Christoph Keese (Executive Vice President Axel Springer AG) und Peter Verhoeven (COO ibis Brands Europe) auch ich als kleiner Privathotelier gehöre, mit dem Thema:

Was sind für Sie konkret die digitalen Herausforderungen der Branche und wie gehen Sie damit um?

Nun, für prizeotel – und somit auch für mich – geht es um die Inhalte. Es geht um den Content auf anderen Portalen, der aber über uns geschrieben wurde. Wem gehört dieser Content? Dem Portal, dem Verfasser oder uns als Marke? Ich glaube, dass das noch nicht richtig geklärt ist, aber für ungeheuer viel Spannungen sorgen kann.

Wir bei prizeotel haben zum Beispiel sehr früh, quasi mit der Eröffnung, auf die Kraft der Bewertungsportale gesetzt. Wohlwissend, dass diese kein Geld mit Bewertungen verdienen, sondern sich zu Meta-Searchern entwickeln werden, so wie es jetzt ist. Um die Bewertungen anzukurbeln, hat unsere Strategie jede Faser unseres Unternehmens durchdrungen: „Ihre Bewertung ist unsere Motivation“ war das Motto eines jeden von uns. So konnten wir uns mit dem prizeotel Bremen-City auch schnell auf die Top-Positionen (immer unter den ersten drei) in fast allen Portalen setzen und haben die heute noch inne. Ja, bis auf jetzt. Bis auf den Zeitpunkt, wo ein amerikanisches Unternehmen den deutschen Klon geschluckt hat und nun probiert, die beiden Portale zusammenzulegen.

Eigentlich kein Problem, kennen wir ja noch von „Aus Raider wird Twix – ändern tut sich nix“.  Falsch gedacht! Aus Qype wurde Yelp und wir sind kurz „weg vom Fenster“ mit unserem prizeotel Bremen-City.  Das hat mich so aufgeregt, dass sogar Klaus Eck meinen Tweet in seinem Blog über „Negative Online Bewertungen sind kein Schicksal“ aufgeführt hat. donttwitterIch weiß: „Don’t twitter, when you’re bitter“, aber da konnte ich nicht mehr. Nachdem wir schon den Verlust von mehr als 140 Bewertungen hinnehmen mussten, haben wir alles daran getan, dass uns unsere Gäste kurzfristig und sehr aktiv auf Yelp bewerten. Die Folge: Wir sind langsam wieder hochgekommen. Aber was passiert: Yelp schickt die Bewertungen wieder in die Wüste. Ich habe keine Ahnung, warum die Amis das machen und was das soll. Angeblich ist die technische Umstellung sowie ein Algorithmus dafür verantwortlich. Interessiert mich aber nicht, GET IT FIXED!

Denn ähnlich wie es schon der Stern in seiner Story über den Starfriseur geschrieben hat, geht es uns auch. Wir haben allerdings nicht das Problem, dass wir nur noch negative Bewertungen haben. Wir haben fast gar keine Bewertungen mehr und das ist echter Mist. Wie soll das weitergehen? Natürlich mache ich mir meine Gedanken und bin jetzt schon gespannt, was die anderen Diskussionsteilnehmer dazu sagen.

Die Entwicklung der Billigflieger in Hamburg und Bremen – ein lachendes und ein weinendes Auge

Am Wochenende titelte das Hamburger Abendblatt: „So viele Billigflüge ab Hamburg wie noch nie“. Eine Schlagzeile, die ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis genommen habe. Während bislang Flughäfen wie Hannover, Bremen und Lübeck die Verbindungen mit den niedrigsten Preisen boten, schnitt jetzt vielfach Hamburg am günstigsten ab. Die angeblichen Gründe für den Wandel sind unter anderem die Ansiedlung weiterer Budget-Airlines in Hamburg. Dass die Lufthansa immer mehr Strecken ihrer Tochter GermanWings überträgt, zählt auch dazu. Ebenso wird Easyjet ab Ende März 2014 in Hamburg eine Basis mit 15 neuen Strecken einsetzen.

So weit, so gut. Natürlich freue ich mich im Hinblick auf die Eröffnung unseres prizeotel Hamburg-City darüber. Allerdings setzt das natürlich auch massiv die irische Fluggesellschaft Ryanair unter Druck, die für ihre Standorte in Bremen und Lübeck auch Gäste aus Hamburg lockt. Eine Entwicklung die Ryanair weiter massiv zusetzen dürfte. In dem Artikel wiederum bringt es Martina Noß, Branchenexpertin bei der Nord/LB, auf den Punkt: „Wettbewerber von Ryanair haben ihr Produkt stark den Wünschen der Fluggäste angepasst, das hierdurch entstehende Preis-Leistungs-Verhältnis wird von vielen Kunden als attraktiver angesehen“.

Überlegt man sich, dass Ryanair wahrscheinlich der Hauptfaktor des touristischen Übernachtungsaufkommens der Stadt Bremen ist, erklärt sich auch mein weinendes Auge. Meine Heimatstadt Bremen hat dieses Jahr bereits drei neue Hotels (berücksichtig man man nicht den Markenwechsel von Hilton zu Radisson) bekommen. In den kommenden 18 -24 Monaten kommen noch weitere Hotels hinzu, so dass die Kapazitäten mit den drei neuen Hotels eingerechnet dann insgesamt um mehr als 1.200 Zimmer (Zimmer nicht Betten, aber auch darüber wurde schon einmal geschrieben) steigen werden. Wenn diese neuen Zimmer nur mit 60% ausgelastet werden wollen, dann wären das knapp 250.000 zusätzliche Übernachtungen. Ein Anstieg der bisherigen Übernachtungszahlen von mehr als 25%.

In 2012 wurde die Anzahl der Übernachtungen im Verhältnis zum Vorjahr mit 0,1% übertroffen. Zwar ein Rekordwert, da es noch nie so viele Übernachtungen in Bremen gab, dennoch kein Grund zur Freude bei den zukünftigen Entwicklungen. Ich habe schon früh genug gemahnt, dass man als Hotels die Umsätze, nicht aber die Belegung zur Bank bringt, interessiert hat es anscheinend nicht wirklich jemanden. Der Zusammenhalt in der Hotellerie in Bremen ist so löcherig wie ein Schweizer Käse, die Tourismuszentrale sonnt sich in ihren vermeintlichen Erfolgen, keiner hat wirklich Interesse daran, einmal zusammenzurücken, Dinge zu hinterfragen und Vorgehensweisen neu aufzustellen und zu optimieren.

Zu allem Überfluss kommt dann noch die unsägliche Matratzenmaut (Bettensteuer), die in anderen Städten wie Köln längst gescheitert ist. Am Ende wird es kommen, wie es so oft kommt: Der Druck auf die ohnehin schon niedrigen Preise wird sich verstärken. Das einzige Mittel, was viele Hoteliers kennen, um Nachfrage zu generieren heißt „Preise runter“. Bei steigenden Neben-, Personal- und Distributionskosten ist das Ergebnis vorhersehbar. Zumindest gibt es ein Hotel in Bremen (Park Hotel), das uns schon einmal vorgemacht hat, was das in der letzten Konsequenz bedeutet. Ich bin gespannt, wer der Nächste sein wird und kann jedes Meeting mit dem Oberthema: „Wir wollen das Image der Hotellerie als Arbeitgeber verbessern“ überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Denn im gleichen Atemzug wie die Preise gedrückt werden, werden auch die Personalkosten reduziert.

Mein Fazit: Die Hotellerie als solches gibt es nicht mehr. Es gibt nur erfolgreiche Produkte und Konzepte und es gibt den Rest. Die Überkapazitäten werden mit Sicherheit wieder reguliert, denn durch die Transparenz des Internets spielt die Dienstleistung und die Atmosphäre im Hotel mehr denn je eine entscheidende Rolle. Wie soll da gute Qualität abgeliefert werden, wenn ich durch die niedrigen Preise zu wenig Geld einnehme? Ich wiederhole mich gerne: Die Hotellerie ist ein „Peoples Business“. Wir arbeiten mit Menschen für Menschen. Wenn ich die Menschen in meinem Hotel schlecht behandel, muss ich mich nicht wundern, wenn keine Gäste in mein Hotel kommen wollen.

Um so mehr freue ich mich, dass wir es ins Finale und unter die letzten drei Kandidaten für den Branchenaward „Leaders of the Year“ in der Kategorie „Arbeitgeber des Jahres 2013“ des Fachmagazins Rolling Pin geschafft haben. Es ist eine Bestätigung unserer nachhaltigen und konsequenten Werteorientierung und nicht eben nicht der kurzfristigen Profitoptimierung.

Der Preis ist heiß…leider.

Zu den sommerlichen Temperaturen, die wir ja schon ansatzweise in Bremen hatten und hoffentlich auch noch haben werden, gesellen sich zur Zeit auch heiße Preise in der Hotellerie. Das liegt vermutlich auch daran, dass die touristischen Events und Aktivitäten in Bremen fehlen. Andere Städte (zum Beispiel Hamburg) haben viel kreativere Ansätze, in den Sommermonaten die Hotels zu füllen.

Wohin das führt? Die großen Häuser in der Hansestadt bieten ihre Zimmer zu Dumpingpreise an. Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir doch mal das Maritim Hotel Bremen. Ein Vier-Sterne-Haus, zentral gelegen.

Das Maritim bietet seine Zimmer für €89 im DZ, inklusive Frühstück und ErlebnisCard an. Ziehen wir die €19 pro Person für das Frühstück ab, sind das nur noch €51 für das Doppelzimmer. Geht man sogar noch weiter und rechnet den normalen Preis für die ErlebnisCard ab, macht das gerade einmal €37,50 für das Doppelzimmer. Kein Wunder, dass die Leute eine „Geiz ist Geil-Mentalität“ haben, so scharf auf Deals von Groupons etc. sind und überhaupt nicht mehr wissen, was ein Produkt wert ist, sondern nur noch was es kostet. Vielen Dank an das Maritim Hotel. Warum verschenkt ihr nicht gleich das Doppelzimmer? So macht man Märkte kaputt.