Archiv der Kategorie: Straight Talking

Für Marco Nussbaum sind zwei Dinge nicht zu trennen: Tradition und Innovation. Expertise, Kreativität und eine dezidierte Meinung und Authentizität machen ihn aus. Kritisch und somit nicht immer bequem schreiben er und seine Redakteure über die Herausforderungen der heutigen Zeit.

Energy flows where awareness goes

Zeit für Neues

Corona ändert nicht alles für alle – aber vieles für viele. Beruflich wie privat. So geht Hotel heute sagt good bye zum Blog.

Der Lockdown hat die Hotellerie schwer getroffen. Von einem auf den anderen Moment ist alles auf null gesetzt. Hotels sind geschlossen. Für viele ist das Zuhause der neue Arbeitsplatz. Hinzu kommt die ständige Angst um den Job, um die ganze Existenz.

Der Virus hat unser Leben ausgebremst. Wir sind gezwungen, inne zu halten. Zeit, um nachzudenken: Was ist uns wichtig? Was wollen wir? Was tut uns gut?

Mir geht es nicht anders.

2009 habe ich diesen Blog gegründet. Damals eröffneten wir gerade das erste „prizeotel“ in Bremen. Bei „So geht Hotel heute“ habe ich über meine Gedanken und Herausforderungen als Hotelunternehmer berichtet. Der Blog war Forum für die Branche, für die Andersdenkenden, für die Innovativen. Ehrlich, kenntnisreich, kritisch. Der Blog hat seine Wirkung erzielt.

Nun sind Andere dran

Jetzt ist die Zeit loszulassen. Vor knapp einem Jahr habe ich meinen letzten Beitrag gepostet. Der Gedanke, mich auf andere Dinge zu konzentrieren, hat mich schon länger umgetrieben. Die Corona-Krise hat meinen Entschluss besiegelt, nicht mehr für diesen Blog zu schreiben.

Energy flows, where awareness goes

Ich suche den Gleichklang, beruflich, familiär und privat. Ich möchte meine Aufmerksamkeit und meine Energie auf weniger Dinge lenken. Der Blog gehört nicht mehr dazu. Nun sind andere dran. Es gibt viele sehr gute Autoren und andere tolle Medien mit neuen Ideen. Eine Auswahl davon findet ihr am Ende des Beitrags.

Ich nehme diesen Blog nicht aus dem Netz. Die Beiträge bleiben, denn sie werden auch heute noch gelesen. Und auch ich werde weiter präsent sein. Aber nicht mehr als Blogautor.

Es wartet Neues

Bereits im April 2019 startete ich meine Podcast-Serie „So geht Hotel heute“. Darin rede ich mit Menschen aus der Hotellerie, die Kluges zu sagen haben und den Zuhörern einen Mehrwert geben können. Ende des Jahres erscheint mein erstes Buch im Eigenverlag. Und zukünftig- so Corona uns lässt – werde ich eine exklusive Veranstaltung pro Jahr organisieren. Auch die Seite bekommt in kurzer Zeit ein neues Design.

Daher ist das kein Abschied. Es wird nur anders.

Bleibt gesund!

Links zu verschiedenen Blogs

Blog des Hotelverband Deutschland e.V.

HospitalityInside.com (Abo benötigt)

Tageskarte

Nomy Blog

#hierwillicharbeiten by Deutsche Hotelakademie

HSMA Knowledge Blog

Hogan Lovells Hotelblog

Gronda

HGT Hotelconsulting Blog

Hottelling und Hotelier TV

Die Hotelharmonisierer

Gröön Schnack Blog

Marketing4Results

Frank Simmeth Blog

Gastromatic Blog

Gastro Vision Online-Magazin

Küchen Herde

Theken Talk – Die Meister der Gastronomie

ETO Personalmarketing Blog

Hotel – O – Motion

Zeev Rosenberg

Coole Branche

Additive

TT Upgrade

Spalteholz Hotelkompetenz

Wächst nach dem BGH Urteil die Nervosität bei HolidayCheck?

Holidaycheck

Nach dem Urteil des BGH wächst bei HolidayCheck anscheinend die Nervosität.

Anders ist es sonst kaum zu erklären, dass die HSMA – mit einem Mitarbeiter von HolidayCheck als Präsident – eine aktuelle Blitzumfrage im Expertenkreis des Verbandes zum Thema Bewertungsportale hat machen lassen. Das Ergebnis der Experten (Auszug):

  1. Aus Sicht der HSMA Experten überwiegen die Vorteile von Bewertungsportalen.
  2. Die HSMA Experten stehen den Portalen insgesamt positiv und offen gegenüber und sehen einen deutlichen Nutzen für die Gäste, als auch für Hotels. 

Sehen wir vielleicht gerade den Anfang vom Ende eines Geschäftsmodells?

Die Digitalisierung treibt den Veränderungsprozess weiter voran und es wird immer wichtiger, einen ganzheitlich vernetzten sowie auch unternehmerischen Ansatz zu verfolgen. Der Blick aus dem Silo des einzelnen Fachbereichs reicht dabei einfach nicht mehr aus.

Moritz Dietl, geschäftsführender Gesellschafter der Treugast Solution Group (eine der etabliertesten Beratungsfirmen der Hotellerie), hat dazu eine ganz klare Meinung und diese auch kürzlich erst in einem Interview der AHGZ kommuniziert.

„Bewertungsportale sind ernstzunehmende Konkurrenz – Plattformen wie Holidaycheck und Tripadvisor konkurrieren mit eigenen Vertriebskanälen.“

Und Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverband Deutschland (IHA), monierte in einer der letzten Ausgaben der fvw:

„Die (ehemaligen) Bewertungsportale haben sich von etwaigen journalistischen Ansprüchen weg und hin zu reinen Vertriebsplattformen entwickelt“

Sein dazugehöriger Blogbeitrag gibt weitere Erklärungen und zeigt auf, wie diese Portale aktuell arbeiten.

Hört man Stimmen von e-Commerce Experten aus anderen Branchen (die solche Szenarieren schon vor Jahren durchgespielt haben), dann schütteln diese nur noch mit dem Kopf und wundern sich, dass sich die Hotellerie so vorführen lässt.

Zu viele Hoteliers lassen sich von den Portalen die Spielregeln diktieren, statt einfach einmal ihre eigenen Parameter für eine Zusammenarbeit zu definieren.

Denn am Ende des Tages gewinnt die Strategie den Wettbewerb, welche die niedrigsten Distributionskosten verursacht. Alle anderen werden weiterhin probieren, auf dem Rücken der Mitarbeiter/innen ihre Ergebnisse zu retten und wundern sich dann darüber, dass sich immer weniger Fachkräfte in der Branche bewerben wollen.

Ein wahrer Teufelskreislauf, den nur die Branche selbst durchbrechen kann.

Es ist noch nicht zu spät, das aktuelle Urteil des BGH sollte Hoffnung geben. Vor allem, dass man die Zwangsmitgliedschaft auf den ehemaligen Bewertungsportalen beenden oder vertraglich auf andere Beine stellen kann. Etwas, das ich bereits 2010 in einem Blogbeitrag und 2011 (daher auch das Bild) beim Jahreskongress des IHA in Freiburg kritisiert und gefordert habe. Jetzt haben wir 2018 und die Hotellerie braucht endlich die Hoheit über ihre Marken, Preise und Verfügbarkeiten sowie über ihren Content und ihre Bilder zurück.

Wie sagt doch der von mir sehr geschätzte Kollege Klaus Michael Schindelmeier immer so schön: „Hotellerie ist Zukunft!“. Also, auf geht’s, die Chancen waren nie besser…

 

 

 

Loyalty Rates und deren Darstellung in den Metasearch Engines

Loyalty Rates und die Metasearch Engines

Hotels sollten nicht mit ihren Loyalty Rates als Bestpreise in Metasearch Engines werben, wenn diese nicht allgemein verfügbar sind.

Auf einen Facebook Post von so geht Hotel heute, wo es um die Insolvenz des Tavel StartUps Dreamcheaper ging, kommentierte jüngst Johannes Fuhr wie folgt:

 

„Der Wettbewerb im Online Travel ist einfach sehr intensiv“.

 

Wie recht er doch hat, denn die oftmals nur noch von Quartalszahlen getriebenen Reisevermittler handelten und handeln allesamt nach dem Motto „Umsatz um jeden Preis“. Dazu gehört u.a. auch, mit falschen und irreführenden Preisen zu werben.

Dass sich nunmehr auch Hotels an dieser kurzsichtigen wie rechtswidrigen Praxis beteiligen, ist ein weiteres und untrügliches Zeichen für den immer rauer werdenden Wettbewerb um Gäste und deren Daten, vor allem in den großen deutschen Destinationen. So gab Melia Hotels unlängst bekannt, einen unterschiedlichen Preis für jeden einzelnen Hotelkunden anzeigen zu wollen.

Und wer als Hotelprofi auf einer Metasuchmaschine wie der Google Hotelsuche oder Tripadvisor nach Angeboten für Melia-Hotels sucht, dem wird schnell die scheinbar jetzt schon konsequente Preisgestaltung ins Auge springen. Melia nimmt für sich in Anspruch, in der Regel den besten, also niedrigsten Preis anzubieten. Das sind allerdings auch gerne einmal deren Loyalty Rates.

Klickt der Gast auf den niedrigen hauseigenen Melia-Preis, so wird er auf die Website von Melia geführt, auf der er seine Buchung abschließen kann.

Was Melia dem Gast jedoch verschweigt und auch auf der Website nicht hinreichend erläutert ist, dass der Gast diesen Preis (Loyalty Rates) nur erhält, wenn er zugleich Mitglied bei „Melia Rewards“, dem datenintensiven Kundenbindungsprogramm von Melia wird.

Eine bewusste Entscheidung trifft der Gast hierfür nicht, denn weder wird an dem günstigen Preis über die Sammlung von Werbedaten aufgeklärt, noch kann sich der Gast per opt-out der erzwungenen Voreinstellung entziehen.

Ein solches Verhalten mag zwar die Teilnehmerzahlen von MeliaRewards anschieben, es ist jedoch in vielerlei Hinsicht rechtswidrig:

  1. Erstens müssen die beworbenen Preise überhaupt in relevantem Umfang vorrätig sein, bereits daran mangelte es bei Melia.
  2. Zweitens darf man nicht mit Bestpreisen werben, wenn diese nicht allgemein verfügbar sind, sondern vom Abschluss eines weiteren Vertrages über ein Kundenbindungsprogramm abhängen.
  3. Drittens darf man Kunden nicht automatisch in ein Loyalty-Programm zwingen und deren Daten dann ohne weitere Einwilligung für Werbezwecke nutzen.

Gegen alle diese drei Punkte hat Melia verstoßen, das Landgericht Berlin hat diese Praxis dann auch folgerichtig wegen zahlreichen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht untersagt. Die Post vom Gericht ist entsprechend auf dem Weg nach Mallorca.

Wie also bereits am 17.12.2017 geschrieben, setzen wir uns bei prizeotel intensiv in diesem Bereich mit den Marktteilnehmern und dem Wettbewerb auseinandersetzen. Mit der dargestellten Arbeitsweise fügt uns Melia im Wettbewerb in Hamburg unternehmerisch Schaden zu und wir haben somit entsprechend reagiert. Und genau das ist auch eine der Aufgaben von Constantin Rehberg. Unserer neuer CDO und Verantwortliche für die Digitalisierung setzt somit – in Verbindung mit der uns betreuenden Kanzlei spirit Legal – erste Zeichen.

Währung Kundendaten

Die Bezeichnung von Kundendaten als neue Währung wirkt zwar ein wenig abgegriffen, doch nicht nur die erfolgreichen Konzerne wie Google, Facebook und Co. haben längst ihren Nutzen und Marktwert erkannt.

Vielen Unternehmen, gerade auch in der Hotellerie, fehlen allerdings die nötigen Kompetenzen, um gesammelte Kundendaten richtig zu nutzen. Ohne klares Geschäftsmodell, sind die Kundendaten am Ende nichts wert. Die Hotellerie tut sich immer noch sehr schwer, individualisierte und personalisierte digitale Erlebnisse für den Gast zu schaffen. Ein Ergebnis der Datenflut und der damit verbundenen komplexen Verwaltung. Die meisten haben massive Probleme bei der zentralen Sammlung und Analyse von Kundendaten.

Ist das Bewusstsein, dass Kundendaten wegen der hohen Bedeutung für den Unternehmenserfolg über eine gute Qualität verfügen müssen, bei den Führungskräften unserer Branche überhaupt vorhanden? Schaue ich mir die aktuellen Diskussionen zu unserem Thema der Bewertungsportale an, habe ich das Gefühl, dass das in eine völlig falsche Richtung geht. Fakten werden außer acht gelassen, stattdessen wird, gerne auch im Kollektiv, mit Phrasen, Polemik und Halbwissen um sich geworfen.

Die direkte Kundenbeziehung ist für ein Hotel so wertvoll, dass ich sie niemals kampflos einer Plattform überlassen sollte. Und es wiederholt sich in der Hotellerie gerade, was in anderen Branchen schon längst passiert ist. Es ist also an der Zeit aufzuwachen und sich intensiv mit den Themen der Digitalisierung auseinander zu setzen.

Unsere Branche wäre gut beraten, sich selbst einmal in Frage zu stellen. Wir sollten uns mit den Ursachen und zugrunde liegenden Mechanismen der Digitalisierung beschäftigen, nicht aber ständig versuchen, alles immer in alte Strukturmuster zu zwängen und möglichst keine Veränderung zu dulden.

Ich habe mich auch in Frage gestellt und bin an einem Punkt angekommen, dass wir bei prizeotel noch mehr Kompetenz brauchen. Im Hinblick auf den Ausbau unserer Marke, ist es mehr als wichtig, dass wir unser Team hochkompetent gestalten. Es gilt die Herausforderungen der Digitalisierung und somit der Zukunft lösen zu können. Daher freue ich mich wirklich von Herzen über die Besetzung unserer CDO – Chief Digital Officer – Position. Constantin Rehberg wird sich ab sofort intensiv um diese Themen kümmern und prizeotel weiter nach vorne bringen.

Denn am Ende des Tages gewinnt die Strategie im Wettbewerb, die die geringsten Distributionskosten verursacht.

Kennen wir die heutigen Kundenbedürfnisse?

Welche behördlichen Regulierungen sollten in der Hotellerie abgeschafft werden um Kundenbedürfnisse zu erfüllen?

Unter anderem das sicherlich mehr als verkrustete Bundesmeldegesetz. Während die ganze Welt von Digitalisierung und mobile Check-In spricht, muss der Hotelgast in Deutschland immer noch den Meldeschein handschriftlich unterschreiben. Gerne steht er dabei auch in einer Warteschlange, um dann endlich am Empfang anzukommen. Fortschritt sieht anders aus und als Hotelgast der international reist, ist das mehr als unverständlich.

Die Individualisierung der Dienstleistung wird einer der entscheidenen Wettbewerbsfaktoren. Die Kunden werden dieser Individualisierung in Zukunft eine deutlich größere Bedeutung schenken und Voraussetzung zur Umsetzung sind Freiräume. Die Mitarbeiter/innen benötigten diese bezüglich Kreativität, Selbstverantwortung und Flexibilität, hinzu kommt die technische Unterstützung durch Daten und digitale Hilfsmittel.

Somit ist es nicht nachvollziehbar, dass eine Branche, die über 500.000 Beschäftigte hat und deren Umsatz in 2021 knapp 37 Mrd. € betragen wird, eine derartige Gängelung ertragen muss. Irgendwie bleibt aber das Gefühl, dass die Politik den rasant wachsenden Herausforderungen der digitalen Gesellschaft nicht gerecht und dieses Missverhältnis sich wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren nicht zum Besseren wandeln wird.

Was sind eurer Meinung nach weitere behördliche Regulierungen, die überhaupt keinen Mehrwert haben und/oder die Erfüllung der Kundenbedürfnisse blockieren?

Ich freue mich über eure Kommentare.

Digitalisierung ist treibende Kraft unserer Zeit

Die Digitalisierung ist die treibende Kraft unserer Zeit und das Defizit unserer Branche ist mindestens so evident wie der Fachkräftemangel.

Allein durch ihre Pagenmentalität ist die Hotellerie viel zu oft schicksalsergeben. Es wird andauernd nur über das Ob diskutiert, anstatt die Energie ins Wie zu kanalisieren. Wir haben Riesenprobleme und sollten anfangen diese zu lösen. Im Zuge des steigenden Wettbewerbs, geht es nicht nur darum das bessere Produkt und eine bessere Qualität abzuliefern. Es geht auch darum, sich dagegen zu wehren, dass sich ein Marktteilnehmer oder Wettbewerber Vorteile verschafft, in dem er einfach nicht ordentlich arbeitet und nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

In meinen Augen kann es nicht sein, dass die Unternehmen, die sich mit viel Aufwand und hohen Kosten an die Umsetzung und Einhaltung der Auflagen halten am Ende immer die Dummen sind.

Bei prizeotel werden wir uns daher noch intensiver in diesem Bereich mit den Marktteilnehmern und dem Wettbewerb auseinandersetzen. Sollten wir feststellen, dass uns bestimmte Arbeitsweisen unternehmerisch Schaden zufügen, werden wir entsprechend reagieren. Genau das wird auch eine der Aufgaben von Constantin Rehberg (ab 01.01.18 unser neuer CDO und verantwortlich für die Digitalisierung) sein. Er wird sich gleich am Anfang (gemeinsam mit Peter Hense von Spirit Legal) darum kümmern, dass wir von Portalen wie HolidayCheck und TripAdvisor runterkommen. Diese Bewertungsportale haben überhaupt keinen Mehrwert mehr für uns. Als Leser der einzelnen Bewertungen kann ich doch überhaupt nicht nachvollziehen, wie der jeweilige (meist anonyme) Bewerter tickt. Somit weiß ich doch gar nicht, ob dieser meine Anforderungen an ein Hotel teilt. Hier wird mit einer Kanonenkugel auf Spatzen geschossen. Das alles geht heute schon viel besser und effizienter. Darüber hinaus passt uns auch die Nutzung unseres Markennamens auf den Plattformen nicht.

Ich bin mir sicher, dass diese Vorgehensweise nicht gerade populär ist. Nur bin es auch mehr als leid, dass unser Unternehmen durch die nicht korrekten Arbeitsweisen der Marktteilnehmer und Wettbewerber Nachteile erleidet.

Affiliate Partner vs. Direktbuchungen

Die Tage habe ich wieder eine dieser e-Mails von einer Affiliate Website bekommen. Wie ich diese e-Mails liebe…

Dear Marco,

Your prizeotel hotels are listed free-of-charge on my website DNA Hotels, a unique online guide to the world’s soulful and authentic hotels. Have a look:

http://www.dnahotels.com/hotel/537-prizeotel-bremen-city
http://www.dnahotels.com/hotel/4448-prizeotel-hamburg-city
http://www.dnahotels.com/hotel/4795-prizeotel-hannover-city

Please check if everything is correct. If you like any changes please consult the hoteliers section by clicking here. It is password protected, the password is: xxxxx

Here you will find all information on your listing, including the possibility to sign-up to our direct booking program with a link to your own website.

Leider ist mir aber nicht wirklich zum Lachen zumute. Unaufgefordert werden unsere Hotels auf irgendeiner schwindligen Website gelistet, was wieder und wieder passiert. Ich wundere mich allerdings dann immer, wer da noch alles so gelistet ist. Z.B. Accor, der CEO lässt kein Event aus um über seine Direkt- und Onlinestrategie zu sprechen. Es werden Millionen investiert, aber dennoch finden sich auch Hotels von ihm auf solchen Seite wieder. Ruft der Gast die Seite auf, dann kann er zwischen einem Link zu booking.com und der Homepage des Hotels auswählen.  Ob das von Sebastian Bazin so gewollt ist? Nun, auf der HICAP 2016 habe ich seinen Vortrag ein wenig anders verstanden.

DNA Hotels mit Direktbuchung und Buchung über booking.com

Es ist in meinen Augen eines der größten Probleme unserer Branche, dass viele Hotels oftmals keine Ahnung haben wo ihr Content, ihre Bilder, Raten und Verfügbarkeiten so auftauchen. Lokale Sales- und Distributions- oder Onlinemarketingteams in den Hotels (besonders wenn es dann auch noch Franchise-Betriebe sind) nicken einfach ab und lassen ihr Hotel auf solchen Seiten listen. Sieht doch toll aus, ist kostenlos und bringt uns Reichweite. Ob damit die Strategie der Marke, bzw. des Unternehmens torpediert wird, dass interessiert erst einmal nicht. Im Zweifel fehlt auch das nötige Wissen.

Jetzt aber zurück zur e-mail. Auf seiner Website schreibt DNA Hotels:

„Hotels can be booked online by clicking the „booking“, „direct booking“ or „website“ buttons and links on the individual hotel pages and on the search results pages. The „booking“ link directs to one of our affiliate partners, usually Booking.com but we also work with the likes Expedia/Hotels.com, Mr&Mrs Smith, HRS and several others. The „direct booking“ and „website“ links direct to a hotel’s individual website.“

„The basic listing is free-of-charge. This includes a profile with up to 27 photos, text, map, reviews and booking link to one of our booking partners. Our income stems from the commission we share with these partners.“

Nun weiß jeder von uns, was er an die OTAs für Kommissionen zahlt.  Wenn wir einmal von 15% ausgehen und DNA Hotels 60% Affiliate Provision bekommt (geschätzt auf Grund von Marktkenntnissen), dann sind das immerhin noch 9% der gebuchten Rate.  Nicht schlecht, oder? Vor allem für eine Website, die eigentlich ziemlich einfach gemacht und deren Aufwand zum Betrieb eher gering ist. Dieser vermeintliche Affiliate-Wahnsinn (Danke an die OTAs) muss aufhören.

Wer das nicht möchte, der kann im Übrigen auch einen Link auf seine eigene IBE einbauen und zahlt dann eben 10% Kommission und, nicht zu vergessen, eine einmalige setup Fee.

„If you like to attract more direct bookings, our Affiliotel program is for your you. By installing once an easy-to-implement tracking and conversion code into your website and booking engine we track all traffic coming from our site(s) and if a booking is made we charge a 10% commission.“

„Sign-up now and also get a discount on the one-time sign up fee of €95 for properties with 50 rooms or less (usually €140) and €140 for larger properties (usually €245). Chains and groups benefit from discounts – please inform.“

Ach ja, wer auch dazu keine Lust oder keine eigene IBE hat, dem wird das Alternativmodel angeboten.

„Business listing – for clients without online booking engines

You can either opt to install our partner’s booking engine (which has the tracking/conversion code pre-installed) or sign-up for our ‚fixed-fee‘ business listing. This is also an option if you prefer not to pay any commissions at all.

The annual fee for the business listing is:

€195 for properties with 50 rooms or less*
€245 for properties with 51 rooms to 100 rooms
€295 for properties with 100 rooms to 200 rooms
€395 for properties with 200 rooms or more“

2011 habe ich schon einmal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben, geändert hat sich im Grunde aber nicht viel. Affiliate-Partner haben, genau wie die OTAs, das Ziel die potentiellen Gäste der Hotellerie auf ihre Seite zu lenken, damit Traffic zu generieren und die Buchung darüber zu platzieren. Alle Portale wiederum buhlen bei google um die Top Positionen. Wie so etwas aussieht und welche Folgen es hat, dass lässt sich gut in meinem Beitrag über die AdWords Strategien der OTAs nachlesen. Alles das kostet natürlich Geld, aber Onlinemarketing, speziell SEM, können sich kleinere Hotels schon lange nicht mehr leisten. Schlimmer noch: Durch die immer weiter steigenden Provisionen bei den verschiedenen OTAs, finanziert die Hotellerie anderen Unternehmen eine bessere Vermarktung als sich selbst.

Am Ende finanziert unsere Branche mit solchen Aktionen (DNA Hotels, etc…) auch weiterhin die Bedeutungslosigkeit der eigenen Website im Netz. Direktbuchungen ade…

Da kann es noch so viele Konsolidierungen in der Branche geben, wenn solche Themen nicht ordentlich gelöst werden, dann wird die Hotellerie niemals zu den OTAs aufschließen.

Ich weiß nicht wie Ihr das seht, aber ich will, dass meine Hotels da jetzt wieder runter kommen und zwar schnell. Und wenn wir da Anfang nächster Woche immer noch drauf sind, dann muss halt unser Partner Spirit Legal wieder ran. Auch das kostet Geld und unterstreicht, dass die Kosten in dem Bereich (oder the cost of doing business) immer weiter steigen werden.

 

Statements zum Thema Onlinemarketing der Hotellerie

Letztes Jahr war ich in Zermatt auf einer richtig coolen Veranstaltung zum Thema Onlinemarketing. Zermatt Tourismus hat sein e-Fitness Programm vorgestellt und dabei ist das nachfolgende Video entstanden. Es ist zwar schon über ein Jahr alt, dennoch haben die Thesen (die im Grunde auch schon älter sind) m.E. nach wie vor ihre Gültigkeit:

 

  • der Erfolg im Onlinemarketing beginnt offline
  • die Hotellerie ist ein people business, wir arbeiten mit Menschen für Menschen
  • um das Thema IT kommt in der Branche niemand mehr herum
  • Bewertungen werden immer wichtiger, nur es wird immer schwieriger auch Bewertungen zu bekommen
  • die Usability bei der Buchung meines Hotels muss so einfach wie möglich sein
  • die Branche muss endlich einmal zusammenhalten, um geschlossen gegen den Wettbewerb der Online-Portale vorzugehen

Die ganzen Themen im Bereich Onlinemarketing werden sich in der nächsten Zeit zuspitzen und es werden noch weitere dazu kommen.  Die Digitalisierung treibt den Veränderungsprozess unaufhaltsam voran. Hotels und Hotelmarken, die es in den letzten Jahren versäumt haben sich an dem veränderten Wettbewerbsumfeld auszurichten, werden vom Markt verschwinden.

Shiji übernimmt nach hetras auch ReviewPro

Shiji übernimmt ReviewPro und ist auf dem Weg zu einer vollintegrierten Softwarelösung für die Hotellerie.

Nachdem Shiji Information Technology im vergangenen Jahr das  PMS-System hetras übernommen hat, kommt jetzt noch die Übernahme von ReviewPro hinzu.

Wer ReviewPro nicht kennt, es ist ein weltweit führendes Unternehmen für Guest Intelligence Lösungen im Hotel- und Gastgewerbe. Die Cloud-basierten Lösungen ermöglichen den Kunden ein tieferes Verständnis für Reputation Performance zu erhalten und Betriebs- bzw. Servicequalität zu optimieren. ReviewPro bietet wertvolle Einblicke, um Gästezufriedenheit, Platzierungen auf Review-Seiten / OTAs und letztlich Einnahmen zu erhöhen. Die Kunden bekommen die detaillierten Einblicke durch hochwertige Daten und eine erweiterte Analyse, die durch einfach zu bedienende Werkzeuge und eine flexible API zugänglich sind. Ein erfahrenes Team bietet branchenführende Ausbildung und Weiterbildung und ist bestrebt, einen erstklassigen, persönlichen Service zu bieten. Sie konzentrieren sich darauf ihren Kunden zu vermitteln, wie sie erforderliche Änderungen vornehmen, um ein gästebezogenes Umfeld in ihren Organisationen zu schaffen.

Schaut man sich das alles an, wird schnell klar: da wird von Seiten Shiji durch die ganzen Übernahmen an einer einzigartigen, vollintegrierten Softwarelösung für die Hotellerie gearbeitet. Dadurch werden alle bisherigen Lösungen in den Schatten gestellt. Aktuell glänzt die Systemwelt der Branche mit schwerfälligen und benutzer-unfreundlichen PMS System. Hinzu kommen die vielen Drittanbietern, die alle nicht einwandfrei miteinander verbunden sind und somit ständig fehlerhaft kommunizieren. Die aktuelle Diskussion um den mehr als unterirdischen Support von Oracle Hospitality ist dafür das beste Beispiel.

Es würde mich nicht wundern, wenn die Chinesen dazu in nächster Zeit noch ein OTA übernehmen. Somit wären sie in der Lage, die gesamte Wertschöpfung der Branche abbilden zu können.

Die weitere Übernahme von Shiji wirft Fragen auf. Wie werden die OTAs reagieren und was passiert mit den anderen Technologieanbietern, die ggf. Exit verpassen? Wie positioniert sich die Hotellerie, wird es weitere Übernahmen und Investitionen in IT geben?

Der Markt ist spannend und passend zu diesem Thema, mein aktuelles Interview in der Cost&Logis „Wir brauchen eine Revolution“. Viel Spaß beim Lesen!

Danke für 2016 – Frohes Neues Jahr 2017

Danke…2016 war ein aufregendes Jahr für mich, persönlich, familiär und beruflich gab es viele Veränderungen und Herausforderungen zu bewältigen. Ein Jahr, dass den Blick auf die wirklich wichtigen Dinge geschärft und mich vieles gelehrt hat.

Daher halte ich es wie Paulo Coelho:

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin;
Sie geben mir die Kraft zum Leben!

In diesem Sinne, wünsche ich allen Lesern/innen ein Frohes Neues Jahr 2017, sowie Glück und Gesundheit.