Wer leisten will, soll leisten dürfen! Ein Plädoyer für flexible Arbeitszeiten.


Gerade komme ich beschwingt und zufrieden vom IHA Kongress zurück, sitze gut gelaunt in meinem Büro und stöbere in den aktuellen Newslettern der Branche, da verhagelt mir ein Satz von jetzt auf gleich die Laune: „Hoteliers und Wirte machen Beschäftigte krank“. Wie bitte? Ich lese den Satz noch einmal. Vielleicht habe ich mich ja verlesen. Nein! Da steht wirklich: „Hoteliers und Wirte machen Beschäftigte krank.“ Und plötzlich fühle ich mich krank. So, als habe dieser Satz von jetzt auf gleich ein Magengeschwür bei mir verursacht. Es ist 9 Uhr morgens und ich bin sauer!

Formuliert wurde dieser Satz von Burkhard Siebert, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und ist eine Antwort auf die Forderung des DEHOGA, die Arbeitszeiten auf bis zu zwölf Stunden anzuheben. Mit dieser Forderung werde „die Gesundheit der Menschen im Gastgewerbe aufs Spiel gesetzt“. Die Beschäftigten hätten „ein Recht auf Lebenszeit“, so meint Burkhard Siebert weiter.

Mitarbeiter haben ein Recht auf Leistung und Spaß!

Sehr geehrter Herr Siebert, ich meine: Wer leisten will, sollte auch leisten dürfen! Und nein, hierbei geht es mir nicht um Ausbeutung, sondern um die Förderung selbstbestimmter Mitarbeiter. Die Führungskräfte in der Hotellerie und im Gastgewerbe sind in der Pflicht, ihren Mitarbeitern zu vertrauen, selber zu entscheiden, wie viel und wie lange sie arbeiten wollen und können. Diese Herangehensweise habe ich als Chef mit meinen Mitarbeitern erfolgreich gelebt und so wurde ich damals selbst als Mitarbeiterin gefördert. Niemand wird krank, nur weil er hin und wieder länger arbeitet. Hätte ich mich immer an die Regelarbeitszeit gehalten, dann hätte ich nicht nur viel weniger erreicht, sondern auch viel weniger Freude an meiner Arbeit gehabt. Und ich bin heute nicht krank, ich bin kerngesund. Und wissen Sie auch warum? Weil meine Persönlichkeit zu meinem Job gepasst hat. Ich wollte immer arbeiten, ich wollte leisten, ich wollte etwas erreichen. Und ich hatte und habe Spaß dabei. Das sollte aus meiner Sicht immer – bei allem, was wir tun – das oberste Ziel sein. Dann wird Arbeit auch nicht als Stress oder Überforderung empfunden. Mich in meinem Leistungswillen zu beschneiden und nach 8 Stunden gezwungenermaßen nach Hause zu schicken – DAS hätte mich krank gemacht! Und so geht es vielleicht auch dem Küchenchef, der während einer Veranstaltung nach Hause geschickt wird, weil seine Regelarbeitszeit abgelaufen ist. Dabei würde er lieber bleiben, um den Erfolg des Abends und die zufriedenen Gäste als Teil des Teams mitzuerleben.

Eigenverantwortung fördern!

Noch einmal: Ich plädiere nicht für Knebelei! Ich verteufele auch nicht die Regelarbeitszeit, denn in vielen Bereichen hat sie durchaus ihre Berechtigung. Ich plädiere für das Vertrauen unserer Führungskräfte in ihre Mitarbeiter und deren selbstbestimmte Arbeitsweise. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter dazu motivieren, auf sich und ihr Wohlergehen zu achten, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und sich zutrauen, auch  einmal „Nein“ zu sagen, wenn die Arbeitslast zu groß wird. Durch die Regelarbeitszeit sprechen wir den Mitarbeitern allerdings diese Verantwortung für sich selber ab.

Natürlich soll nicht jeder per se kommen und gehen dürfen, wann er will. Und natürlich gibt es auch Jobs in unserer Branche, die man reglementieren könnte, weil sie keine längeren Arbeitszeiten erforderlich machen. Hier arbeitet man 8 Stunden nach Dienstplan und alles ist gut. Aber die starre Regel „8 Stunden Regelarbeitszeit“ gilt letzten Endes für alle – auch für die Servicekräfte auf der Hochzeitsfeier, die erst spät endet oder für den Wirt, der seinen Biergarten wegen des schönen Wetters schon morgens öffnen möchte. So müssen dann Aushilfen im Schichtdienst ran – denn wer will schon Bußgelder von bis zu 15.000 Euro provozieren?

Elke Schade

Hoteliers sollten nicht die Handschellen angelegt werden, wenn ihre Mitarbeiter länger als „erlaubt“ arbeiten. Ich finde, DAS ist krank – diese Gleichmacherei, die unseren guten Ruf „Made in Germany“ langsam aber sicher zunichtemacht – weil wir nur noch nach der Uhrzeit arbeiten. „Ich bin zwar gerade im Flow, aber jetzt muss ich ja nach Hause gehen, weil die Gewerkschaft es so will.“ Das empfinde ich als Abschneiden des Leistungswillens. Als Eingriff in die Freiheit des Mitarbeiters.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin kein Kapitalist. Ich verstehe mich als Leistungsförderer und plädiere für einen individuellen und wertschätzenden Führungsstil.

Doch strenge Arbeitszeitregulierungen und Gleichmacherei aller Arbeitnehmer erschweren, ja verhindern, dass die Führungskräfte unserer Branche für ihre Mitarbeiter ebenfalls Leitungsförderer sein bzw. werden können. Und sie erschweren, ja verhindern, dass z.B. junge Mitarbeiter ihren Tatendrang umsetzen und ihren Spaß am Beruf auch durch überdurchschnittlichen Einsatz zeigen können.

19 Gedanken zu „Wer leisten will, soll leisten dürfen! Ein Plädoyer für flexible Arbeitszeiten.“

  1. Hans Walter Putze

    Da stimme ich DIR zu. Dann sollten Hoteliers und Gastronomen auch „zeitgemäße“ Löhne bezahlen. Dann kann ich Deine Ausfürungen voll unterstützen, liebe Elke.

    1. Elke Schade

      Einverstanden, lieber Hans Walter!

      1. Frieder Steinseifer

        Da haben Sie so recht mit Ihrer Forderung. Arbeitnehmer und auch Aushilfen sollten selber bestimmen können, ob Sie mehr oder weniger arbeiten wollen, ob Ihnen 250.- € reichen oder ob sie lieber 450.- € verdienen wollen. Manche müssen arbeiten gehen, um Häuser abzuzahlen, Reisen zu finanzieren usw. Lasst Sie doch auch dann über ihr Arbeitspensum selber entscheiden ! Wenn meine Eltern nach dem Krieg so eingeschränkt worden wären, würden wir heute noch in unserem zerbombten Elternhaus leben und 5x die Woche Kartoffelsuppe essen.
        Und Hans Walter, wenn der Gast endlich mal bereit ist, richtiges Geld für richtiges essen zu zahlen, und der Staat die Mw-Steuer auf´s Essen auf 7% senkt, dann reden wir auch wieder über vernünftige und gute Löhne.

  2. Claus Menke

    Ich bin ebenfalls von der neuen Situation betroffen, als angestellter Familienangehöriger, Sohn und zukünftiger Inhaber.
    Wie soll ich meine Arbeitszeit dokumentieren. Im elterlichen Betrieb ist eine Abgrenzung Privat/Beruf nicht immer möglich. Wir erfassen unsere Arbeitszeiten digital, d.h. ich muss mich permanent am Tag ein- bzw. ausloggen. Schliesslich möchte ich nicht meine kostbare Arbeitszeit (da ich ja am Tag nur 8 Std., in Ausnahmefällen 10 Std Arbeitszeit dokumentieren darf) natürlich nicht mit z.B. privaten Gesprächen verbrauchen. Für mich ist es normal das ich 12-14 Std. im Betrieb bin. Es ist unser Mittelpunkt im Leben und auch Mittelpunkt der Familie. Gerade gegen Abend, wenn das Biergarten Geschäft richtig ins Rollen kommt muss ich manchmal schon richtig aufpassen. Wie lange darf ich noch? Bin ich jetzt gerade ein oder ausgeloggt. Das ist wichtig, falls mich ein Gast anspricht und ein Bier bestellen möchte. Bin ich nicht eingeloggt befinde ich mich in der Pause (oder auch schon im Feierabend), und durch einen Anruf beim Bürgertelefon habe ich gelernt, ich darf mich natürlich gerne in der Pause oder im Feierabend im Betrieb aufhalten, nur darf ich keine Tätigkeit ausführen die ich sonst in der vertraglichen Tätigkeit normalerweise ausführe. Hier wird der „Dritte fremde Angestellte“ als Vergleich genommen. Der geht normalerweise nach Feierabend nach Hause. Kommt der Zoll zur Kontrolle, könnte es ein teures Bier werden. Wie man die Arbeitszeit in so einem Fall, bzw. die Trennung Privat/Beruf nachweisbar und vorallem praxisgerecht dokumentieren kann, konnte mir die junge Dame am Bürgertelefon auch nicht sagen. Eigentlich konnte Sie mir gar nichts sagen. Nichtmal ob denn mein Anruf jetzt denn Arbeitszeit oder Privat wäre. Dort angerufen habe ich übrigens auf Anweisung des Arbeitsministeriums. Dorthin hatte ich mich als erstes per eMail gewandt, mit der Bitte um Auskunft zu dieser Problematik. Antwort: Das Problem sei zu komplex um es schriftlich hinreichend zu beantworten, bitte wenden Sie sich an das Bürgertelefon in unserem Hause.
    Vielleicht hätte ich einfach von der digitalen Zeiterfassung zur händischen umschwenken sollen. Dann könnte ich jeden Tag auf den Nachweiszettel schreiben: Der Tag heute war so komplex, das es schriftlich nicht möglich ist die Arbeitszeit und Pausenzeit hinreichend schriftlich darzustellen. Könnte ein Zollbesuch nicht so teuer werden, hätte ich es glatt mal ausprobiert.
    Es gibt Länder, da wird man nicht wie ein kleines Kind bevormundet. Da kann man sich Wohlstand noch erarbeiten. Wobei die Betonung auf ARBEITEN liegt. Wenn ich etwas erreichen will, dann weiss ich das ich etwas dafür tun muss. Wenn ich viel erreichen will muss ich auch viel dafür tun. In meinem Fall heisst das, ich will den Betrieb weiterführen, erfolgreich, also muss ich mich mehr in den Betrieb einbringen als ein „normaler“ Angestellter. Das heisst mit mehr Engagement, mehr Arbeitszeit, mehr Leidenschaft. Es geht ja letztlich nicht nur um meine Existenz, es geht ja auch um die Zukunft unserer Mitarbeiter, zukünftige Steuerzahlungen und und und.

    Bevor ich hier noch weiter abdrifte, ich könnte noch seitenweise weiterschreiben, fass ich kurz zusammen:

    Ich bin einer von denen, die mehr wollen, mehr Leistung schaffen wollen, sich und ihr Unternehmen nach vorne bringen wollen, sich Wohlstand aufbauen wollen. Ich bin dabei, ich mache meinen Job gerne, ich übernehme gerne die Führung, die Verantwortung. Alles mit Leidenschaft, eine der wichtigsten Tugenden die man in der Gastronomie braucht.

    Nur leider alles mit angezogener Handbremse. Vielen Dank dafür!

  3. Martin Brandenburg

    Wie wurde der Tellerwäscher zum Millionär? Bestimmt nicht, weil er so sauber abwusch. Nein, er hat sich über seine eigentliche Arbeit hinaus engagiert und sein Arbeitgeber hat ihn gefördert. Ich hoffe, die liberalen Gedanken verankern sich wieder mehr in unserer Politik. Und nicht der Sozialismus. Unsere jüngere Geschichte sollte uns dies lehren.

  4. r.Czarnikau

    Der Gesetz-Geber soll sich um Regelungen kümmern, die Sinn machen! Diese Arbeitszeitregelungen werden von Menschen gemacht, die von der Alltags-Praxis keine Ahnung haben!! Es ist ausserdem ein Eingriff in meine persönliche Freiheit!!! Wenn ICH länger arbeiten möchte, weil ich Spaß an der Freude habe ….dann soll ich es auch dürfen können!!
    Es gibt nicht nur die „Work-life-balancer“…sondern auch arbeitsfreudige Menschen, die in ihrer beruflichen Beschäftigung eine Art „Sinn des Lebens“ sehen! DAS LEBEN IST ARBEIT, STERBEN IST DER LOHN. Wenn ich das liebe, was ich tue, ist es für mich keine Arbeit! Man soll KLUG arbeiten …nicht HART!

    „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ (Albert Einstein).

  5. Jahns Ansgar

    wenn man den Standort Deutschland weiterhin unattraktiv für Unternehmen und Mitarbeiter machen möchte, wäre das der richtige Weg es gesetzlich vorzuschreiben.

    Es kann aber wie beschrieben nicht der richtige Weg sein. Mitarbeiter und die GF können und müssen es individuell selbst entscheiden können. Anders funktioniert es nicht

  6. Christian Wechselbaum

    In Ihrem Beitrag und damit in ihrer Berufseinstellung verdrehen Sie im zentralsten Punkt die Realität. Im Arbeitszeitgesetz wurde eine maximale Arbeitszeit von 10 Stunden nicht festgelegt um Unternehmer zu gängeln oder Gewerkschaften glücklich zu machen. Das Arbeitszeitgesetz zählt zu den Arbeitsschutzgesetzen. Es ist arbeitsmedizinisch belegt, dass Arbeitsstunden über 10 Stunden, zu wenige Pausen und zu kurze Ruhezeiten massiv die Gesundheit gefährden und das Risiko von Arbeitsunfällen erhöhen. Deswegen wurde eine gesetzliche Grenze von 10 Stunden eingezogen.

    Die meisten Beschäftigten machen solche Monsterschichten auch nicht, weil sie da total Lust zu haben, sondern weil sie das Geld brauchen und auf den Arbeitsplatz angewiesen sind. Die Stundenlöhne sind doch bei weitem nicht ausreichend und nur mit vielen Überstunden kommt man auf einen Lohn von dem man leben kann.

    Arbeitszeiten über 10 Stunden gefährden nachweislich die Gesundheit und behindern nebenbei die Freizeit, das Familienleben und sorgen für noch unattraktivere Arbeitsbedingungen im Gastgewerbe. Wer das ändern will, nimmt sehr wohl in Kauf, dass die Beschäftigten krank werden. Mit dem Spruch „Wer leisten will, soll leisten dürfen.“ verlagern sie aber die Verantwortung für Krankheiten und Unfälle vom Arbeitgeber auf die Beschäftigten, die von normalen Schichten nicht leben können. Als ob diese wirklich eine Wahl hätten…

    1. Martin Brandenburg

      Das sehe ich nicht so. Wer heute in der Gastronomie nachhaltig geschäftlich erfolgreich sein will, muss seine Arbeitnehmer fair bezahlen und sich um deren Belange kümmern. Dazu zählt auch die Gewährung von ausreichend Freizeit. Es geht nicht um die Erweiterung von einer 40 auf eine 50 Stundenwoche. Es geht hier um TAGES-Arbeitszeit! Als Arbeitgeber möchte ich die Möglichkeit haben, Gästen (z.B. bei Hochzeiten) den Mitarbeiter an die Seite zu stellen, der auch nach 8-10 Stunden (selbstverständlich mit ausreichend Pausen) noch Spaß daran hat, Menschen glücklich zu machen. Sie werden lachen: Es gibt diese Mitarbeiter. Und man muss natürlich z.B. als Abteilungsleiter auch an diesen Tagen Vorbild sein dürfen. Das wird durch das Arbeitszeitengesetz leider unmöglich gemacht. Wer glaubt ausreichend Kohle und Freizeit mache einen Menschen glücklicher und gesünder, der irrt. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer braucht eine Arbeit die einen erfüllt und bereichert. Die Gastronomie ist ideal dafür geeignet.

  7. Daniel Tunys

    Bevor ich einsteige, möchte ich darauf hinweisen, dass dieses
    Thema hauptsächlich Festangestellte betrifft und keine Aushilfen,
    Sohn oder Tochter im elterlichen Betrieb, die irgendwann mal das
    Geschäft übernehmen sollen etc.

    Also, mir ging es gerade so, wie Ihnen um 9.00 Uhr in der Früh.

    Es ist natürlich ein schwieriges Thema und noch schwieriger wird
    es, wenn sich Menschen dazu äußern, die – wenn wir mal bei der
    Hochzeit bleiben wollen – nur da stehen und die Gäste begrüßen und
    nicht einen „Rang“ mit 20 und mehr Pax zu betreuen haben, alleine
    wohlgemerkt.

    Und was meinen Sie eigentlich mit diesem Satz?
    … selber zu entscheiden, wie viel und wie lange sie arbeiten wollen
    und können..

    Meinen Sie damit, dass eine Servicekraft dann so gegen 03.00 Uhr
    Nachts dann noch an die Bar geht, um dort weiter zu arbeiten?
    Vielleicht noch Gläser poliert und/oder Leergut an die Rampe bringt,
    weil gerade Lust darauf? Und der Arbeitgeber bezahlt es dann noch?

    Sind wir bei „Wünsch´dir was“, dass Personal tun und lassen
    kann, was es will?

    Aber wie sieht die Realität denn nun wirklich aus?

    Die schlechtesten Arbeitsbedingungen in Hotels, ergo freie Restaurants
    und gastronomische Betriebe, haben alle, die der F&B Abteilung angehören.
    Warum haben so viele in der Küche und im Service ein Alkohol – und/oder
    Drogenproblem? Wahnsinnige Arbeitszeiten, womöglich kurze Ruhezeiten,
    Stresspegel „a Tope“ mit Gästen und Team (Vorgesetzte und Kollegen in gleichen Positionen),
    schlechte Organisation (Fachkräftemangel im Management), fehlender
    Hände und da könnte ich noch ein Dutzend Punkte anführen…

    Das Hauptthema ist: Wir haben keinen Fachkräftemangel, sondern viele helfende
    Hände, die auf der Strasse sitzen und gerne arbeiten möchte.
    Obwohl man selber schon zur Erkenntnis gelangt ist – Ich benötige eigentlich
    mehr Mitarbeiter, um eben auch zu entlasten, werden keine eingestellt.
    Jetzt kommt die Gier und der Kapitalismus ins Spiel. Direktoren in Hotels haben
    wahrlich keinen leichte Job. Die Zahlen müssen passen, egal wie.
    Mit der Zeit hat man aber auch erkannt (weil es so viele freie Mitarbeiter gibt), dass
    man mit der Angst der schon Festangestellten Mitarbeiter ja auch spielen kann.
    Noch mehr Leistung bringen, länger arbeiten, niedrigerer Lohn und den Mund halten.

    Wenn ich eine Veranstaltung planen und umsetzen muss, weiß ich im Vorfeld,
    wie lange diese dauern wird. Ich werde diesen in allen Medien kursierenden Satz
    zu der Hochzeit und Veranstaltung nicht wiederholen, da es absoluter Blödsinn ist.

    Was möchte denn Herr Siebert? Er will durch die Hintertür mehr Menschen in
    Beschäftigung bringen. Außerdem die Branchen wieder ins rechte Licht rücken
    und dadurch auch die Servicequalität steigern. Ergo, mehr Wettbewerb und hin
    zu den Preisen, die einfach auch mal fällig sein müssen, wenn ich z.B. in einem
    Luxushotel absteige, aber auch im Gasthof zum essen gehe – denn zwei Personen
    für 10,00 € und Top-Qualität zu verpflegen geht halt mal nicht.

    Nein, so einfach kann man es sich natürlich nicht machen. Jede Medaille hat auch
    eine zweite Seite.

    Diese ist: Viele Gäste haben keine Umgangsformen, keine Kinderstube und alles,
    was zum korrekten Benehmen in der Öffentlichkeit dazu gehört. Aktuelle Beispiele
    sind zu finden in Leimen und Düsseldorf.

    Wenn man die gehobene Ferienhotellerie oder auch Stadthotellerie anschaut, tun sich
    Abgründe des Benehmens auf. Was heißt es im Umkehrschluss? Ich brauche keine
    Fachkräfte mehr – für was? Von den Gästen weiß doch sowieso niemand, von welcher
    Seite das Wasser eingeschenkt werden soll – Sauberkeit? Ich bin nichts anderes gewöhnt,
    bei mir zu Hause sieht es auch so aus und für mich ist es sauber.

    Warum haben immer mehr Low Budget Ketten einen Erfolg? Nicht, weil sie „Hipster“
    sind, sondern weil diese Konzepte auf den Status Quo der Gesellschaft ausgerichtet sind.

    Na dann hole ich mir halt meinen Kaffee selber, egal – welche Plörre ich da trinke, egal – ist Wurst.
    Günstig war er halt.

    Nein, so einfach ist das nicht…

  8. CFT

    Bei gerechten Löhnen stimme ich voll zu. Allerdings bei einem Gehalt von nicht einmal 1200 eur und keinem Trinkgeld bei vielen Köchen sind 12-15 Std täglich eine Zumutung!!!!

  9. Bernd voss

    … Liebe Politiker!!
    … Aber wer schützt denn die Arbeitgeber?!
    Wir sind im Gastgewerbe und stets bemüht unsere Gäste zufrieden zu stellen. Wir sitzen zwischen den Stühlen.
    Wir wollen guten Service bieten, können es aber mit diesen Einschränkungen nicht… Und die Gäste fordern!!
    Verwehren sie mal einem Gast um 2 Uhr ein Bier, weil man jetzt nach Hause gehen muss…
    Ich fordere die Politik auf, auch die Arbeitgeber zu schützen: vielleicht so, dass die Sperrstunde wieder eingeführt wird, so dass wir und unsere Mitarbeiter aus der „Schusslinie“ kommen.
    So darf dann nur zB bis 2 Uhr gefeiert werden. Dann können wir die Zeiten einhalten und die Rahmenbedingungen sind für alle gleich!!
    Und nicht so ne halbherzige Sache wie bei dem Nichtrauchergesetz, wo w i r dann ständig in Erklärungsnot standen!!!
    … Zum Teil gibt’s ja immer noch Gaststätten wo rauchen geduldet wird!!!

    Wir für uns haben das grösste Problem mit den Feiern, die bis spät in die Nacht gehen, wo am Ende eh nichts mehr verzehrt wird…

    Und zu den Sonntagen kann ich nur sagen, dass es Schwachsinn ist, dass man 16 Sonntage im Jahr frei haben muss.
    Ich arbeite seit das 20 Jahren sonntags (habe montags frei) und ich bin auch noch kerngesund…
    Da kann ich der Forderung von Frau Schade nur zustimmen…
    http://Www.schokoladenhotel.de

  10. Claus Voss

    Was macht unsere Regierung aus unserem Deutschland?Alles wird geregelt und mit harten Strafen geahndet.Die persönliche Entscheidung wie lange Man arbeiten will spielt keine Rolle mehr.wir haben Deutschland nach dem Kriege wieder aufgebaut und zu einem erfolgreichen Land gemacht, Und nun wird in kurzer Zeit alleszu Nichte gemacht.die Bürokratie frisst uns auf und die Lust Leistung zu erbringen Wird Einem genommen.was für eine Regierung haben wir da gewählt?
    Wir sollten streiken, damit unsere Volksvertreter aufwachen!

  11. r.czarnikau

    Ich stimme Claus Voss zu! Leider sind wir Deutschen immernoch zu bequem …weil der Leidensdruck offenbar noch nicht groß genug ist! In z.B. Frankreich wären die Franzosen längst demonstrierend auf der Straße!! Wir haben keine Regierung…jedenfalls niemanden, der diese Bezeichnung verdient….weshalb letztlich jede Wahl eine „schlechte Wahl“ ist!
    Ein Staat sollte genauso geführt werden wie ein WIrtschaftsunternehmen! Vor allem mit persönlicher Haftung derer, die das Übel herbei-regeln!

  12. Michael Urban

    Wenn sich diejenigen die sich solche Gesetze und Vorschriften ausdenken, endlich mal selber dran halten würden, wäre das Verständnis um einiges größer.
    Ich bin mit Polizisten befreundet die arbeiten Regelmäßig bis zu 16 Stunden am Stück…….
    Ich kenne eine Lehrerin, die wurde jetzt zum 5 mal befristet eingestellt…….
    Die Ärzte die Bescheinigen, dass über 10 Stunden arbeit krank machen, schieben selber 24 Stunden Schichten……
    Und nicht mal die Agentur für Arbeit hält sich an die momentane Gesetzeslage,,,,,,,
    Und es kommen immer mehr Regel-Wütige frisch von der Uni an verantwortungsvolle Posten und werden wohl bald auch das kleinste Dorf-Fest mit ihrem Vorschriften-Dschungel zu nichte machen……..

  13. Florian Kleinwächter

    Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen,

    zweifelsfrei haben alle Argumente welche hier vorgebracht werden seine Daseins-Berechtigung. Grundsätzlich ist die Aussage seitens der NGG kritisch zu betrachen, jedoch auch diese aus der DEHOGA.

    Alle Kommentare stimmen darüber überein, dass wir einen Fachkräftemangel haben. Sowohl im Bereich des Line-Staffs als auch im Bereich der Führungskräfte.
    Die Gründe hierfür sind der demographische Wandel, der Wunsch nach akademischen Abschlüssen nach der Schulzeit und natürlich die Bezahlung in unserem Beruf.

    Kollegen welche hier mit dem Argument Leidenschaft und Berufs-Ethos um die Ecke schnippen, kann ich nur raten einmal bei der Bank nachzufragen ob die Rate für das Auto, Haus, oder was ähnliches mit Leidenschaft bezahlbar ist.

    Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept um den Beruf in seiner Ausbildung aufzuwerten, Modelle zu schaffen welche eine leistungsorientierte Bezahlung berücksichtigen und die Zeit schafft für den Mitarbeiter.

    Jetzt höre ich die BWLer und Controller ächzen, dass dadurch die Personalkosten erheblich steigen! Dann legen Sie diese bitte um! Die Industrie gibt Ihnen auch die Mehrkosten weiter, da regt sich von Ihnen kein Widerstand.
    Die Problematik hierbei ist, dass die Hotellerie in keinem der Verbände stark organisiert ist. Ob DEHOGA, NGG oder IHA. Wenn die Hotellerie es lernen würde als Gemeinschaft aufzutreten wäre es für Sie kein Problem. Aber dieses Phänom kennen wir z.B. beim Kampf mit HRS. Wenn Sie als Gemeinschaft gedroht hätten, ganzheitlich auszusteigen, dann wäre der Kurs anders verlaufen..

    In diesem Sinne

    Glück auf!

  14. Hans Röhrl

    Die Herren Siebert und Wechselbaum „geben sich die Ehre“

    „…dass Arbeitsstunden über 10 Stunden (…) massiv die Gesundheit gefährden.“, das klingt doch gut: Da überlege ich mir dann direkt, ob ich nicht vielleicht schon vom bloßen Lesen krank werde und überhaupt nicht mehr arbeiten soll. Allerdings kann ich mich mit der Alternative „Hartz IV und der Tag gehört Dir“ auch nicht anfreunden.

    Diese so soziale und dem Gemeinwohl dienliche „Lösung“ geht auf Kosten derer, die durch diese Einschränkung geschützt werden sollen – kann das der richtige Weg sein? Ein mir bekannter Gastronom mit etwa 100 Mitarbeitern richtet keine Abendveranstaltungen mehr aus und dies zum Ärger und Leidwesen motivierter Mitarbeiter, denen dadurch überdurchschnittliches Trinkgeld durch die Lappen geht.
    Realistisch betrachtet ist Flexibilität in den Arbeitszeiten in der Gastronomie zwingend notwendig. Aber genauso wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Mitarbeitern. „Fördern und Fordern“ erzeugt positive Energie und muss das Gebot in einem erfolgreichen gastronomischen Betrieb sein. Das wiederum ist der Baustein für Zufriedenheit und mehr Gesundheit.
    Der Weg zu höherer Lebensqualität in unserer Branche ist nur im Zuge einer steigenden Entlohnung von Mitarbeitern möglich. Zeitgleich muss es sich aber auch für die Arbeitgeber wieder lohnen – überhaupt realisierbar sein.
    Mit einer starren Reglementierung der Arbeitszeiten und Ruhepausen verbaut man den Weg dorthin und bedroht viele motivierte Gastronomen mit Alters-Hartz VI – und daraus resultierenden Erkrankungen.
    Danke an alle (Realisten), die sich durch Leute wie Siebert und Wechselbaum nicht beirren lassen.

  15. Wolfgang Schene

    Es wird schlecht gezahlt – es werden die Mitarbeiter schlecht behandelt – es werden auf Kosten der Mitarbeiter und der Selbstausbeutung zu niedrige Preise erziehlt, und das mindestens seit 70 Jahren – es wurrde verdammt Zeit die eigentlich schon bestehenden Gesetze durchzusetzen. Ich habe Jahrzehnte Saalveranstaltungen gemacht, nach 24 Uhr ist der Umsatz ein Witz. Seht mal auf Eure Handwerker Rechnungen, nur so geht das. Nicht jammern und Meckern ist das Motto – Umdenken ist angesagt. Leistung muss fair bezahlt werden, für den Unternehmer und die Mitarbeiter/innen.

  16. Claudia Pirker

    Ich geh mal davon aus das jeder, der sich dazu entschliesst in der Gastronomie/Hotellerie zu arbeiten, weiss, dass er keinen geregelten 8 Std Tag hat.
    Für mich hat das für und wider, weil es immer wieder Vorgesetzte geben wird die ihre Mitarbeiter tatsächlich „ausbeuten“, und dann gibt es die die ihre Mitarbeiter voll unterstützen…ich hab beides erlebt, und trotzdem hab ich meinen Job geliebt.

    Jahrelang hab ich, im Service sowie als Rezeptionistin und Reservierung im Hotelbetrieb, im Ausland gearbeitet weil es mir möglich war Mehrstunden zu leisten und auch dementsprechend entlohnt zu werden.

    Heute gibt es allerdings leider sehr viele Betriebe welche von vornherein schon klarstellen das keine Überstunden bezahlt werden, diese aber sehr wohl erwartet, und geleistet, werden
    müssen.
    Für solche finde ich eine Regelung durchaus „notwendig“, was aber leider nicht umsetzbar ist da Betriebe, welche es „anständig“ handhaben auch in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Generell bin ich der Meinung dass jeder Mitarbeiter selbst entscheiden können muss wie lange er arbeiten kann/will.
    Eine Mindestarbeitszeit von 8 Std/Tg, aber darüber hinaus sollte jeder selbst wissen was er sich zutrauen kann, und wie schon geschrieben wurde „muss“ man diese Möglichkeit haben um sich einen halbwegsen Lebensstandard zu ermöglichen.
    Hier fände ich es wichtiger mal über die Löhne nachzudenken als über die Stunden…

    Mit besten Grüssen

    Claudia Pirker

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